3. Wieslocher Demokratiekonferenz

Am 3. Oktober hatte die Partnerschaft für Demokratie zur 3. Demokratiekonferenz im Kongresszentrum Palatin eingeladen. Für die Stadt Wiesloch und das Bündnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch e. V. begrüßten Gabriela Lachenauer und Thorsten Krings die Teilnehmer. Beide hoben hervor, dass diese Veranstaltung ein Forum sein soll, in der jeder sich mit Ideen, Vorschlägen und Fragen einbringen kann und dass ein reger Austausch diese Veranstaltung prägt. „Wir alle sind hier, da Demokratie, gegenseitige Toleranz und Freiheit uns wichtig sind – nicht nur die eigene Freiheit, sondern vor allem auch die der anderen.“ betonte Stadträtin Gabriela Lachenauer.

Für die Partnerschaft für Demokratie eröffnete Jindro Stehlik die Konferenz. Er erläuterte, dass die Veranstaltung neben den ausgewählten Impulsvorträgen auch einen Arbeitscharakter haben soll, in dem die Besucher:innen in Workshops gemeinsam an konkreten Themen arbeiten können. So gab es ua. einen Workshop zum Umgang mit Verschwörungstheorien oder ein gemeinsames Brainstorming zu weiteren, konkreten Projekten und Maßnahmen für Demokratieförderung vor Ort.

Aber die Veranstaltung sei auch ein Forum zum Austausch, soll zum gemeinsamen Nachdenken und Diskussionen über die Veranstaltung hinaus anregen. Als Impulsgeber hatte man den Mannheimer Fotografen und frischgebackenen Träger des Bundesverdienstkreuzes, Luigi Toscano, eingeladen. Toscano hat den Verein „Gegen das Vergessen e.V.“ gegründet, der Opfern des Nationalsozialismus ein Gesicht geben will. Im Mittelpunkt steht dabei ein multimediales Erinnerungsprojekt, in dessen Rahmen er seit 2014 die letzten Zeitzeugen und Überlebende des Holocaust in Deutschland, den USA, Österreich, der Ukraine, Russland, Israel, den Niederlanden und Weißrussland portraitiert.

Jan-Peter Oppenheimer interviewte Toscano auf der Bühne. Der Fotograf und Filmemacher berichtete von seinen über 400 Begegnungen, aus denen teilweise tiefe Freundschaften wurden. Er erläuterte, dass viele der Begegnungen bewegend, aber einige für ihn persönlich auch sehr belastend waren, weil die furchtbaren Erfahrungen der Vergangenheit auch heute noch das Leben der Betroffenen prägen und die Opfer teilweise gerade in Osteuropa auch heute noch in prekären Verhältnissen lebten. Aber es sei ihm sehr wichtig, den Opfern ein Gesicht und ihre Würde zu geben und mit diesen Bildern gegen das Vergessen in den öffentlichen Raum zu gehen.

Nach der Interviewrunde leitete Jindro Stehlik zu den Workshops über. Die drei inhaltlichen Workshops zu konkreten Projekten vor Ort wurden traditionell von einem Kunstworkshop ergänzt, in dem die Teilnehmer ihre Gedanken zu Toleranz, Demokratie und Freiheit in einem Aktionskunstprojekt zum Ausdruck bringen konnten.

In der Schlussrunde stellten die Workshopteilnehmer dann ihre Themen vor. Dabei ging es um konkrete Strategien zum Umgang mit Verschwörungstheorien, mögliche neue Themenfelder für die Partnerschaft für Demokratie sowie um die Möglichkeit, die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ in Wiesloch anzubieten. Wie auch in den Vorjahren hatte man gemeinsam viel erarbeitet, aber auch einen regen Austausch untereinander gepflegt. In ihren Schlussworten zitierte Oriana Viveros de Moraes-Gradl den britischen Staatsmann Edmund Burke mit den Worten: „Diejenigen, die die Geschichte nicht kennen, sind dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ Sie mahnte eine Erinnerungskultur an, die zu bewusstem Handeln und Einsatz für Demokratie, Toleranz und Freiheit führt.

Fahrradparcours beim Ferienspaß

Zum Start der letzten Ferienwoche trafen sich am Montag, 06.09.2021 knapp 40 Kinder und Jugendliche aus Wiesloch, Walldorf und Dielheim bei bestem Radlwetter im Schulhof des Ottheinrichgymnasiums.

Im Rahmen des städtischen Ferienspaßangebotes hatten die Jugendverkehrsschule Rhein-Neckar und der Verein Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. Wiesloch zu einem Fahrradparcours eingeladen.
Spur halten, Kreisfahren, die S-förmige Klötzchenbahn und das Schrägbrett erforderten großes Geschick. Zum Abschluss des Parcours war eine Links-Rechts-Kombination mit Schulterblick und Richtungswechsel anzeigen sowie ein kleiner Slalom mit Bremstest auf Zeit angesagt.
Die Kids hatten zwei Übungsläufe zum Trainieren. Nach einer kleinen Stärkung bei Brezeln, Obst und Apfelschorle konnten sie in zwei Wertungsläufen ihr Geschick und ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen.
Man konnte die Fortschritte der Radler*innen sehr gut erkennen. Wie meistens macht auch hier die Übung den Meister bzw. die Meisterin. In drei Altersklassen konnten zum Schluss jeweils drei Tagesbeste ermittelt werden.
Der Ehrgeiz, die Spannung und vor Allem der Spaß war in den Gesichtern der Kinder zu erkennen. Aber auch die Anleiter von der Polizei und die Betreuer*innen vom Bündnis hatten einen tollen Vormittag und haben das Angebot für nächstes Jahr direkt wieder verabredet.
Unser Dank gilt allen HelferInnen, den Teilnehmer*innen und besonders auch den Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung und vom Ottheinrichgymnasium für die tolle Unterstützung des Events.

Die Demokratie feiern und verstehen: TAG DER LEBENDIGEN DEMOKRATIE

Veranstaltung des Wieslocher Bündnisses für Demokratie und Toleranz am 11. September, 15 Uhr, auf dem evangelischen Kirchplatz

Es soll ein ebenso informativer wie unterhaltsamer Samstagnachmittag werden.
Was bedeutet Demokratie – was gehört dazu? Nicht nur in der „großen“ Politik, sondern auch in Betrieb und Schule, selbst in der Familie sind demokratische Grundwerte wie Respekt und Toleranz von Bedeutung. Sie werden bei dieser Veranstaltung buchstäblich lebendig. An der überparteilichen Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dirk Elkemann nehmen u.a. teil: Beate Böhlen, Bürgerbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, die Band der Esther Bejarano-Schule, die Jugendgruppe des Dielheimer Theaters am Bahnhof, die Alevitische Gemeinde, evang. und kath. Kirchengemeinde, zwei ehemalige Schüler der früheren Gerbersruh-Schule, der Rapper X, Gruppen der TSG Wiesloch wie die „Wiesel“ und die Rhythmische Sportgymnastik, Mitglieder des Wieslocher Jugendgemeinderats und verschiedene Wieslocher Familien.

Kai Schmidt-Eisenlohr moderiert die Veranstaltung. Ein Instagram-Auftritt www.instagram.de/pfdwiesloch) stimmt schon ab 14.8. auf die Veranstaltung ein. Für seine technischen und kreativen Aspekte zeichnet Charlotte Beurer verantwortlich.

Bündnismitglieder, die in den nächsten Wochen noch Zeit und Lust haben, auch kleine Beiträge zur Vorbereitung der Veranstaltung zu leisten, können sich an Bündnismitglied Wolfgang Widder wenden, der die Veranstaltung organisiert. (Tel.: 06222 50144, wolfgang.widder@t-online.de)

Keine Chance für Homophobie!

Erklärung LGBTQA+ Rechte

Für uns, das Bündnis für Demokratie und Toleranz, ist jeder Mensch richtig und wichtig so wie er ist! Zur Vielfalt, die unsere Gesellschaft bereichert, gehören verschiedene sexuelle und Geschlechtsidentitäten. Jeder Mensch, ob heterosexuell, homosexuell, bisexuell, asexuell oder transsexuell muss die Möglichkeit haben, ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen können. Deshalb stehen wir für Toleranz gegenüber allen Formen der sexuellen und Geschlechtsidentität und engagieren uns gegen jede Form von Diskriminierung. Das vor kurzem geänderte ungarische Anti-LGBTQA+ Gesetz diskriminiert Angehörige dieser Gruppe. Es nimmt Menschen die Möglichkeit, sich zu informieren und sich mit ihrer eigenen sexuellen und Geschlechtsidentität auseinanderzusetzen. Damit nimmt man Menschen die Würde und beraubt sie der Möglichkeit, ihren eigenen Lebensentwurf zu gestalten. Außerdem sät man Angst in jungen Menschen, die sich ihrer Sexualität oder ihrer Geschlechtsidentität nicht sicher sind. Durch mangelndes Wissen und mangelnde Toleranz der Gesellschaft denken sie, sie seien falsch oder gar krank. Zudem führt fehlende Aufklärung der Gesellschaft zu Hasskriminalität. Diese Gesetzesänderung, welche „zum Schutz von Kindern“ verabschiedet wurde, erreicht somit das genaue Gegenteil.

Wir lehnen die Grundannahme, dass man eine sexuelle Identität oder Geschlechtsidentität durch „Propaganda“ annehmen kann, als zutiefst diskriminierend ab. Diese Annahme wertet die sexuelle Identität des Menschen ab und erkennt diese nicht als Teil jedes Menschen.

Es ist nicht unsere Intention, Ungarn an den Pranger zu stellen. Uns geht es um die Freiheit und die Würde des Menschen und um die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen. LGBTQA+ Kinder und Jugendliche haben ein überdurchschnittliches Suizidrisiko, welches durch Akzeptanz und Toleranz reduziert werden kann, und durch Ablehnung und Ächtung erhöht wird.

Viele tolerante und weltoffene Menschen in Deutschland sind aufgestanden und haben als Europäer gegen das ungarische Gesetz protestiert, so auch insbesondere im Rahmen der Fußballeuropameisterschaft. Die UEFA hat die Beleuchtung der Allianz-Arena in Regenbogenfarben abgelehnt, mit der Begründung, dass sie „keine politische Organisation“ sei. Diese Entscheidung können wir nicht nachvollziehen. Es geht bei dieser Aktion nicht um tages- oder parteipolitische Fragen, sondern um Menschenrechte und eine Aussage zu den Werten Europas, die die UEFA in ihren Statuten teilt. Da kann und darf es keine Neutralität und keine Strategie zur Konfliktvermeidung geben.

Wir begrüßen es daher sehr, dass die Stadtverwaltung Wiesloch schnell auf die Diskussion reagiert hat und die Titelseite des Facebook-Auftritts der Stadt mit einem Regenbogen versehen hat. Damit setzen wir als Gemeinde ein Zeichen, dass wir eine aufgeschlossene und aufgeklärte Gemeinde sind, in der alle Menschen willkommen sind.

Querdenken 2021

Es ist, mindestens für uns, kaum zu glauben, wie sich die Querdenken-Initiative entwickelte. Sie ist fest etabliert im „Demonstrations-Business“ und gehört zu den größten Profiteuren der Coronakrise.
Das Focus-Magazin schreibt: „Querdenken ist eine gut geschmierte Empörungsmaschine. Neben der Wut, die sie in deutschen Innenstädten entlädt, produziert diese Maschine alternative Fakten für ihre Anhänger, ausgiebigen Umsatz für ihre Betreiber“ – und, so möchten wir hinzufügen – ausreichend Kopfschmerzen für die Politik.
Ihre Unterstützer sind eine sehr heterogene Gruppe: besorgte Bürger, Esoteriker, Impfgegner, Künstler (von gut etablierten bis umstrittenen), Verschwörungsideologen, Reichsbürger, Rechtsradikale.
Unter dem Deckmantel der Verteidigung von Grundrechten wie der Versammlungs- und Meinungsfreiheit missachten die Demonstrierenden häufig demonstrativ die Hygieneauflagen zum Infektionsschutz bedrohen Gegendemonstranten, die Polizei und die Presse.
Die Querdenker stellen sich gerne in der Öffentlichkeit entweder als Opfer der „Corona-Diktatur“ oder als Widerstandskämpfer (verglichen mit Sophie Scholl) dar, um die Regierung zu diskreditieren, und relativieren damit die Verbrechen der Nazi-Diktatur.
Seit Dezember 2020 ist die „Initiative Querdenken 711“ unter Beobachtung des Baden-Württembergischen Verfassungsschutzes.
Einer Untersuchung des ZEW Mannheim und der Humboldt-Universität Berlin zufolge waren die Querdenker-Demos in Herbst Superspreader-Events.
In diesen harten Pandemiezeiten stellen die Querdenker-Demos eine zusätzliche Herausforderung für Politik und Gesellschaft dar. Diese Ausschreitungen, zu denen es immer wieder kommt, beschädigen das Vertrauen in der Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und erhöhen signifikativ das Ansteckungsrisiko. Da wir die Infektionszahlen nicht weiter in die Höhe treiben wollen, werden wir nicht zu Gegenveranstaltungen aufrufen. Die Gesundheit aller ist uns wichtig!
Wir bedauern außerordentlich diese Entwicklung der Querdenken-Initiative. Wir glauben, dass jeder Teilnehmer einer solchen Demonstration ganz genau beobachten muss, in welcher Gesellschaft man sich gerade befindet, und letztendlich auch dafür geradestehen muss.
Jeder Mensch unterstützt durch die Teilnahme an solchen Demos auch das Gedankengut und die Argumente von Rassisten, Rechtsradikalen, Verschwörungsideologen und Antisemiten.

U18-Wahlen als aktive Teilhabe

In der Corona-Pandemie bietet die Stadt Wiesloch in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring, dem Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V., der Partnerschaft für Demokratie, den IB Jugendzentren und der Schulsozialarbeit Jugendlichen die Möglichkeit, online zu wählen.

Am 14. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Während Jugendliche ab 16 Jahren Gemeinderäte und Bürgermeister/innen in Baden-Württemberg bereits seit 2016 mitwählen dürfen, haben sie bei der Landtagswahl bisher kein Stimmrecht. Deshalb bietet die U18 Wahl eine Möglichkeit für junge Menschen, sich bereits mit unter 18 Jahren mit den Wahlen, den Parteien und Kandidaten/innen auseinanderzusetzen und ihre Stimme abzugeben.
U18 Jugendwahlen werden seit dem Jahr 1996 in Berlin immer in der Woche vor einem offiziellen Wahltermin abgehalten. Zur Bundestagswahl, Europawahl, Landtagswahlen etc. rücken politische Zukunftsdiskussionen ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Das beschäftigt auch Kinder und Jugendliche. Sie stellen Fragen und äußern politische Wünsche. Üblicherweise werden die U18 Wahlen so vergleichbar wie möglich zu den echten Wahlen durchgeführt, mit ähnlichen Stimmzetteln, Wahlkabinen oder Wahlurnen… in der Corona-Pandemie ist dies aber in vielen Fällen nicht möglich.

Infos beim Kreisjugendring Rhein-Neckar

Deshalb bietet der Kreisjugendring Rhein-Neckar in Kooperationen mit mehreren Kommunen, so auch der Stadt Wiesloch und den oben genannten Kooperationspartnern, Jugendlichen in der Zeit vom 26. Februar bis zum 5. März die Möglichkeit, ihre Stimme bei der U18-Wahl digital abzugeben.
Auf der Internetseite des Kreisjugendrings Rhein-Neckar finden interessierte junge Menschen Infos rund um die Landtagswahl und die Abstimmung zur U18 Wahl nach Wahlkreis. Um sich ein Bild von den Meinungen der Parteien zu machen, gibt es dort außerdem Interviews mit den Kandidaten von CDU, Grünen, SPD, FDP und Linken zu den Themen Bildung, Ausbildung, Klima, ehrenamtliches Engagement, Teilhabe, Lebenswelt und Corona.
Für Fragen rund um die U18 Wahl wendet Euch gerne an das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Wiesloch.
E-Mail: jugendreferat@wiesloch.de Telefon: 06222/84-398 bei Frau Struwe

Kandidierenden-Check auf Abgeordnetenwatch.de

Abgeordnetenwatch.de bietet ab KW 8 auch einen eigenen Kandidierenden-Check an: https://www.kandidierendencheck.de/baden-wuerttemberg
Damit können Wähler:innen anhand von 19 Thesen zur Landespolitik herausfinden, welche Kandidierenden mit ihnen inhaltlich die meisten Übereinstimmungen haben. abgeordnetenwatch.de holt dafür zunächst die Standpunkte der Politiker:innen ein. Ein Format, das Unentschiedene auf eine spielerische Art schnell helfen kann, ihre Meinung zu festigen. Noch bis zum 13. März, dem Vorabend der Wahl, können alle Kandidierenden unter www.abgeordnetenwatch.de/baden-wuerttemberg befragt werden. Weitere Informationen finden Sie hier: abgeordnetenwatch.de

„Ubuntu – Ich bin weil WIR sind“

Textilcollage-Workshop – 30.10.2020

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2020 fand am Freitag, den 30.10.20, unter der Leitung der Künstlerin Francisca do Nascimento Ohlsen der Textilcollage Workshop „Ubuntu – Ich bin, weil WIR sind“ statt. Hierbei handelte es sich um eine gemeinsame Aktion von Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V., Diakonischem Werks Rhein-Neckar-Kreis und Studio 58 Parkett und Kunst.
Gleich am Anfang erklärte Francisca das Hygienekonzept und die Ubuntu-Lebensphilosophie. Laut Wikipedia kommt das Wort Ubuntu aus den afrikanischen Sprachen Zulu und Xhosa und bedeutet in etwa „Menschlichkeit“, „Gemeinsinn“. Damit wird eine Grundhaltung bezeichnet, die sich vor allem auf wechselseitigen Respekt und Anerkennung, Achtung der Menschenwürde und das Bestreben nach einer friedlichen Gesellschaft stützt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen ursprünglich aus Deutschland, Afghanistan, Iran, Syrien und Brasilien und haben sich dort getroffen, um Kunst zu lernen, zu lachen und in fröhlicher Atmosphäre Erfahrungen auszutauschen.
Im Rahmen des Workshops wurden Bilder bemalt und mit Stoffresten zu einer Collage ergänzt. Alle Teilnehmer haben den Nachmittag als bereichernd empfunden.

Mesale Tolu «Mein Sohn bleibt bei mir!»

Als politische Geisel in türkischer Haft – und warum es noch nicht zuende ist.
Freitag 27.11.2020, 20 Uhr, Kulturhaus Wiesloch

Sie war eine prominente deutsche Geisel der türkischen Regierung: Als angebliche Terrorunterstützerin saß die Journalistin und Übersetzerin Meşale Tolu mit ihrem kleinen Sohn in Haft; danach wurde ihr die Ausreise aus der Türkei verweigert. Jetzt, wieder in Deutschland, berichtet sie über diese Zeit: über die Brutalität von Polizei und Justiz, das Alltagsleben in der politischen Gefangenschaft zwischen Hoffnung und Verzweiflung, ihren Kampf um Freiheit für ihre Familie und ihren Einsatz für die Pressefreiheit. Ein sehr persönliches Buch, das zugleich deutlich macht, wie das Regime in Ankara mit seinen Kritikern umgeht.

Meşale Tolu ist eine deutsche Journalistin und Übersetzerin kurdischer Herkunft. Sie wuchs in Ulm auf und studierte in Frankfurt Ethik und Spanisch. 2007 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft und legte zugleich die türkische ab. Ende April 2017 wurde sie in ihrer Istanbuler Wohnung von einer türkischen Antiterror-Einheit als „Terroristin“ verhaftet. Ihr Schicksal und das anderer in der Türkei inhaftierter Journalisten hat zahlreiche Medienberichte, Unterstützerkampagnen und diplomatische Aktivitäten ausgelöst. Am 18. Dezember 2017 wurde sie unter Auflagen aus der Haft entlassen, am 20. August 2018 hob ein Gericht die Ausreisesperre gegen Tolu auf, erst zwei Monate später die gegen ihren ebenfalls inhaftierten Ehemann Suat Çorlu. Meşale Tolu lebt mit ihrer Familie in Neu-Ulm.

Ort: Kulturhaus Wiesloch, Gerbersruhstr. 41, 69168 Wiesloch
Eintritt: 10,00 EUR
Vorverkauf: ab 30.10.2020, Stadtbibliothek Wiesloch (Tel.: 06222/929315)
Veranstalter: Amnesty International, Sektion Wiesloch, Stadtbibliothek Wiesloch,
Buchhandlung Eulenspiegel, Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V., Wiesloch

Aus gegebenem Anlass stehen deutlich weniger Sitzplätze zur Verfügung.
Bitte die bekannten Hygienevorschriften beachten!

Berches-Brot ging schnell weg

Am 22. Oktober 2020 jährte sich der 80. Jahrestag der Deportation der badischen Juden in das Internierungslager Gurs. Gemeinsam mit der Stolperstein Initiative verteilten wir gegen eine kleine Spende das jüdische Festtagsbrot Berches auf dem evangelischen Kirchplatz zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. In einer Zeit in der auch der Antisemitismus mehr und mehr aufkeimt, ist es uns ein Anliegen das Andenken zu bewahren, dem Einhalt zu geben und sichtbare Zeichen zu setzen.

„Je suis Prof“ und „Je suis Samuel“

Stellungnahme des Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. zur Ermordung des Geschichtslehrer Samuel Paty am 16. Oktober im Pariser Vorortgemeinde Conflans-Sainte-Honorine

Der islamistische Terroranschlag und die grausame Enthauptung des Geschichtslehrer Samuel Paty, in einem Pariser Vorort am vergangenen Freitag war ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, die nicht nur in Frankreich sondern in ganz Europa für Entsetzen sorgte.

Die Tat steht im Zusammenhang mit dem Unterricht von Samuel Paty in dem er seinen Schülern die Mohammed-Karikaturen, die das Satiremagazin Charlie Hebdo veröffentlichte, zeigte, um mit ihnen über die Presse- und Meinungsfreiheit zu diskutieren. Vorab bot er den Schülerinnen und Schülern an dem Unterricht für diese Lektion fernzubleiben.

Die grausame Ermordung des Lehrers war zugleich ein Angriff auf unsere Grundwerte, auf die Meinungsfreiheit und auf die Pressefreiheit.

Wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz verurteilen diese Tat.

Wie wir bereits in unserer Stellungnahme zu den Ereignissen vom 19.8.2020 in Berlin erklärten, ist das Recht auf Meinungsfreiheit einer der Grundpfeiler einer demokratischen, bunten und vielfältigen Gesellschaft. Und weiter schrieben wir „… Auch die Meinungen von Minderheiten werden in einer Demokratie respektiert und geschützt. Dafür stehen wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz. Der politische Diskurs in einer Demokratie erfordert Leidenschaft und Engagement, aber gleichzeitig Respekt im Umgang miteinander und mit demokratischen Institutionen. Dieser Diskurs darf auf keinen Fall in Gewalt umschlagen. …“

Satire und Karikaturen müssen nicht jedem gefallen. Und ob Satire den richtigen Ton trifft und ob eine Karikatur sein muss, darüber lässt sich diskutieren.

Es darf nicht sein, dass Menschen in Angst leben müssen, weil sie im Rahmen geltenden Rechts ihre Meinung vertreten.

Insbesondere nicht in einer Zeit, in der Meinungsverschiedenheiten und sachliche Auseinandersetzungen, auch befeuert durch die sogenannten Sozialen Netzwerke, schnell in Aggressivität umschlagen und in Hass und Gewalt enden können.

Die Meinungs- und die Pressefreiheit sind wichtige Güter. Sie sind Grundpfeiler unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Keine Diskussion ist es Wert, diese Grundordnung und unsere Grundwerte in Frage zu stellen bzw. diese in Frage stellen zu lassen.

Auch für uns ist die eine oder andere Meinung nur schwer zu ertragen. Aber zu einer Demokratie gehört dies dazu. Solange sich andere Meinungen im Rahmen des Akzeptablen bewegen, dürfen wir es als Demokraten nicht zulassen, dass diese – wie bei Samuel Paty oder bei Walter Lübcke – auf grausame Weise mundtot gemacht werden.  

Es liegt an uns allen dafür Sorge zu tragen, dass kein Klima der Angst entsteht. Es liegt an uns, Lehrerinnen und Lehrern, Amtsträgern und allen, die sich für die Meinungs- und Pressefreiheit und unsere demokratischen Werte einsetzen, den Rücken zu stärken. Und es liegt an uns, unsere Demokratie nicht als selbstverständlich zu erachten und für unsere Grundwerte immer wieder einzustehen.

Eines unserer Ziele ist es, für eine „offene und tolerante Gesellschaft einzutreten“. In unserem Leitbild lehnen wir alle Jene ab, die die Menschenwürde verletzen und unser Grundgesetz nicht anerkennen.

Wir als Bündnis verurteilen jede Art von extremistischen Attacken und werben für ein gutes, friedliches, demokratisches und tolerantes Miteinander.

21.10.2020


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