„Ubuntu – Ich bin weil WIR sind“

Textilcollage-Workshop – 30.10.2020

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2020 fand am Freitag, den 30.10.20, unter der Leitung der Künstlerin Francisca do Nascimento Ohlsen der Textilcollage Workshop „Ubuntu – Ich bin, weil WIR sind“ statt. Hierbei handelte es sich um eine gemeinsame Aktion von Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V., Diakonischem Werks Rhein-Neckar-Kreis und Studio 58 Parkett und Kunst.
Gleich am Anfang erklärte Francisca das Hygienekonzept und die Ubuntu-Lebensphilosophie. Laut Wikipedia kommt das Wort Ubuntu aus den afrikanischen Sprachen Zulu und Xhosa und bedeutet in etwa „Menschlichkeit“, „Gemeinsinn“. Damit wird eine Grundhaltung bezeichnet, die sich vor allem auf wechselseitigen Respekt und Anerkennung, Achtung der Menschenwürde und das Bestreben nach einer friedlichen Gesellschaft stützt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen ursprünglich aus Deutschland, Afghanistan, Iran, Syrien und Brasilien und haben sich dort getroffen, um Kunst zu lernen, zu lachen und in fröhlicher Atmosphäre Erfahrungen auszutauschen.
Im Rahmen des Workshops wurden Bilder bemalt und mit Stoffresten zu einer Collage ergänzt. Alle Teilnehmer haben den Nachmittag als bereichernd empfunden.

Mesale Tolu «Mein Sohn bleibt bei mir!»

Als politische Geisel in türkischer Haft – und warum es noch nicht zuende ist.
Freitag 27.11.2020, 20 Uhr, Kulturhaus Wiesloch

Sie war eine prominente deutsche Geisel der türkischen Regierung: Als angebliche Terrorunterstützerin saß die Journalistin und Übersetzerin Meşale Tolu mit ihrem kleinen Sohn in Haft; danach wurde ihr die Ausreise aus der Türkei verweigert. Jetzt, wieder in Deutschland, berichtet sie über diese Zeit: über die Brutalität von Polizei und Justiz, das Alltagsleben in der politischen Gefangenschaft zwischen Hoffnung und Verzweiflung, ihren Kampf um Freiheit für ihre Familie und ihren Einsatz für die Pressefreiheit. Ein sehr persönliches Buch, das zugleich deutlich macht, wie das Regime in Ankara mit seinen Kritikern umgeht.

Meşale Tolu ist eine deutsche Journalistin und Übersetzerin kurdischer Herkunft. Sie wuchs in Ulm auf und studierte in Frankfurt Ethik und Spanisch. 2007 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft und legte zugleich die türkische ab. Ende April 2017 wurde sie in ihrer Istanbuler Wohnung von einer türkischen Antiterror-Einheit als „Terroristin“ verhaftet. Ihr Schicksal und das anderer in der Türkei inhaftierter Journalisten hat zahlreiche Medienberichte, Unterstützerkampagnen und diplomatische Aktivitäten ausgelöst. Am 18. Dezember 2017 wurde sie unter Auflagen aus der Haft entlassen, am 20. August 2018 hob ein Gericht die Ausreisesperre gegen Tolu auf, erst zwei Monate später die gegen ihren ebenfalls inhaftierten Ehemann Suat Çorlu. Meşale Tolu lebt mit ihrer Familie in Neu-Ulm.

Ort: Kulturhaus Wiesloch, Gerbersruhstr. 41, 69168 Wiesloch
Eintritt: 10,00 EUR
Vorverkauf: ab 30.10.2020, Stadtbibliothek Wiesloch (Tel.: 06222/929315)
Veranstalter: Amnesty International, Sektion Wiesloch, Stadtbibliothek Wiesloch,
Buchhandlung Eulenspiegel, Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V., Wiesloch

Aus gegebenem Anlass stehen deutlich weniger Sitzplätze zur Verfügung.
Bitte die bekannten Hygienevorschriften beachten!

Berches-Brot ging schnell weg

Am 22. Oktober 2020 jährte sich der 80. Jahrestag der Deportation der badischen Juden in das Internierungslager Gurs. Gemeinsam mit der Stolperstein Initiative verteilten wir gegen eine kleine Spende das jüdische Festtagsbrot Berches auf dem evangelischen Kirchplatz zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. In einer Zeit in der auch der Antisemitismus mehr und mehr aufkeimt, ist es uns ein Anliegen das Andenken zu bewahren, dem Einhalt zu geben und sichtbare Zeichen zu setzen.

„Je suis Prof“ und „Je suis Samuel“

Stellungnahme des Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. zur Ermordung des Geschichtslehrer Samuel Paty am 16. Oktober im Pariser Vorortgemeinde Conflans-Sainte-Honorine

Der islamistische Terroranschlag und die grausame Enthauptung des Geschichtslehrer Samuel Paty, in einem Pariser Vorort am vergangenen Freitag war ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, die nicht nur in Frankreich sondern in ganz Europa für Entsetzen sorgte.

Die Tat steht im Zusammenhang mit dem Unterricht von Samuel Paty in dem er seinen Schülern die Mohammed-Karikaturen, die das Satiremagazin Charlie Hebdo veröffentlichte, zeigte, um mit ihnen über die Presse- und Meinungsfreiheit zu diskutieren. Vorab bot er den Schülerinnen und Schülern an dem Unterricht für diese Lektion fernzubleiben.

Die grausame Ermordung des Lehrers war zugleich ein Angriff auf unsere Grundwerte, auf die Meinungsfreiheit und auf die Pressefreiheit.

Wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz verurteilen diese Tat.

Wie wir bereits in unserer Stellungnahme zu den Ereignissen vom 19.8.2020 in Berlin erklärten, ist das Recht auf Meinungsfreiheit einer der Grundpfeiler einer demokratischen, bunten und vielfältigen Gesellschaft. Und weiter schrieben wir „… Auch die Meinungen von Minderheiten werden in einer Demokratie respektiert und geschützt. Dafür stehen wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz. Der politische Diskurs in einer Demokratie erfordert Leidenschaft und Engagement, aber gleichzeitig Respekt im Umgang miteinander und mit demokratischen Institutionen. Dieser Diskurs darf auf keinen Fall in Gewalt umschlagen. …“

Satire und Karikaturen müssen nicht jedem gefallen. Und ob Satire den richtigen Ton trifft und ob eine Karikatur sein muss, darüber lässt sich diskutieren.

Es darf nicht sein, dass Menschen in Angst leben müssen, weil sie im Rahmen geltenden Rechts ihre Meinung vertreten.

Insbesondere nicht in einer Zeit, in der Meinungsverschiedenheiten und sachliche Auseinandersetzungen, auch befeuert durch die sogenannten Sozialen Netzwerke, schnell in Aggressivität umschlagen und in Hass und Gewalt enden können.

Die Meinungs- und die Pressefreiheit sind wichtige Güter. Sie sind Grundpfeiler unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Keine Diskussion ist es Wert, diese Grundordnung und unsere Grundwerte in Frage zu stellen bzw. diese in Frage stellen zu lassen.

Auch für uns ist die eine oder andere Meinung nur schwer zu ertragen. Aber zu einer Demokratie gehört dies dazu. Solange sich andere Meinungen im Rahmen des Akzeptablen bewegen, dürfen wir es als Demokraten nicht zulassen, dass diese – wie bei Samuel Paty oder bei Walter Lübcke – auf grausame Weise mundtot gemacht werden.  

Es liegt an uns allen dafür Sorge zu tragen, dass kein Klima der Angst entsteht. Es liegt an uns, Lehrerinnen und Lehrern, Amtsträgern und allen, die sich für die Meinungs- und Pressefreiheit und unsere demokratischen Werte einsetzen, den Rücken zu stärken. Und es liegt an uns, unsere Demokratie nicht als selbstverständlich zu erachten und für unsere Grundwerte immer wieder einzustehen.

Eines unserer Ziele ist es, für eine „offene und tolerante Gesellschaft einzutreten“. In unserem Leitbild lehnen wir alle Jene ab, die die Menschenwürde verletzen und unser Grundgesetz nicht anerkennen.

Wir als Bündnis verurteilen jede Art von extremistischen Attacken und werben für ein gutes, friedliches, demokratisches und tolerantes Miteinander.

21.10.2020


Zum Artikel auf Wikipedia.

Start des Projekts „Wieslocher Wohnzimmer“

Bei der Konferenz wurde das „Wieslocher Wohnzimmer“ als Projekt des Vereins und der PfD vorgestellt. Ideengeber und Initiator war Dr. Lars Castellucci, der durch die Anschubfinanzierung das Projekt erst möglich gemacht hatte und weiterhin aktiv in der Projektgruppe mitarbeitet.  

Mittlerweile hat unser Verein federführend das Projekt organisatorisch mitübernommen. Die Projektgruppe „Wohnzimmer“ trifft sich regelmäßig, um die nächsten Schritte zu beraten. Dabei streben wir aktiv nach Partnerschaften mit anderen Institutionen und Organisationen auf lokaler und regionaler Ebene.

Das Wieslocher Wohnzimmer ist eine zentraler Baustein für den Verein und die gemeinsame Ziele sein. Mit dem Wieslocher Wohnzimmer soll ein Ort für verschiedene Initiativen, Vereine, Gruppen, Einzelpersonen und Verbände geschaffen werden.

Die Ziele des Projektes „Wieslocher Wohnzimmer“ haben wir in dem Projektantrag wie folgt beschrieben:

„Menschen sind uns so lange fremd, bis wir sie kennenlernen“, hat unser früherer Wieslocher Oberbürgermeister Franz Schaidhammer bei seinem Amtsantritt gesagt. Da hat er Recht. Und gleichzeitig ist das eine größere Aufgabe. Annähernd zehn Prozent unserer Bevölkerung kommen in einem einzelnen Jahr neu hinzu, ein winziger Teil als Neugeborene, die meisten von außen, etwa ebenso viele sterben oder ziehen fort. Über einen längeren Zeitraum tauscht sich ein erheblicher Teil unserer Bevölkerung fortlaufend aus. Vereinsvorsitzende können ein Lied davon singen.

Überall, wo Menschen neu aufeinander treffen, muss das Zusammenleben eingeübt werden: im Wohnblock, im Stadtteil, in der Gemeinde oder Stadt. Wo Menschen sich begegnen, kennenlernen und Beziehungen aufbauen, schwinden Ängste und Vorurteile und kann Neues entstehen. Es fehlen uns Plattformen, auf denen man alle Bevölkerungsgruppen beisammen hat. Sie müssen – vom Dorfgemeinschaftshaus über BürgerInnentreffs oder Interkulturelle Cafés – organisiert, entsprechend unterstützt und in ihrem integrativen Ansatz gestärkt werden. Vielleicht kann in Wiesloch hierfür ein Modell entstehen.

Wir wollen einen Ort für alle schaffen. Wir haben unglaublich viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, Feste und Gelegenheiten, sich zu treffen. Oftmals treffen sich aber eher die gleichen Leute untereinander. Alles ist bunt und vielfältig, das ist schön, aber es kommen Wenige zusammen. Vereine, Kirchengemeinden und andere Organisationen haben ihre eigenen Räumlichkeiten. Kneipen mit Nebenräumen sind Mangelware geworden. Die Stadthalle ist zu groß und festlich. Vielfalt bedeutet für uns, dass nicht nur Jede/r für sich sein kann wie er oder sie will, sondern dass wir auch miteinander in Vielfalt gut zusammenleben. Das wollen wir unterstützen mit einem Raum, in dem man sich unkompliziert treffen, begegnen, kennenlernen kann. Dieser Raum ist das Wieslocher Wohnzimmer. Ein Raum, in dem man sich wohlfühlt wie im eigenen Wohnzimmer. Wo man gemütlich sitzt, sich ausruht, unterhält, etwas liest oder mit anderen zusammen etwas unternimmt.

Haben wir Sie neugierig gemacht? Die Projektgruppe freut sich über alle Mitstreitenden. Melden Sie sich bei uns uns oder kommen Sie zu einer unserer Veranstaltungen.

Interkulturelle Woche und Workshop „Ubuntu – Ich bin, weil WIR sind!“

Veranstaltungen im Rahmen der
Interkulturellen Woche
in Wiesloch

Im Rahmen der am Mittwoch beginnenden Interkulturellen Woche laden das Bündnis für Demokratie und Toleranz und das Kunststudio 58 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Gestalten toller Motive zum Thema „Ubuntu“ aus Textilcollagen ein.

In den Bantusprachen der Zulu und der Xhosa bedeutet Ubuntu in etwa „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Gemeinsinn“ sowie die Erfahrung und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist.

Für den Workshop fallen keine Gebühr an. Die Adresse lautet Lempenseite 58, Wiesloch. Anmeldung unter francisca@ardonascimento.com

Einladung zur Demokratiekonferenz

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Oktober 2018 hat sich der Verein „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ in Wiesloch gegründet. Wenig später wurde Wiesloch zu einer „Partnerschaft für Demokratie“, welche aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ bezuschusst wird.
Gemeinsam wurde einiges auf den Weg gebracht und zwischenzeitlich sind eine ganze Reihe von Projekten – mit und ohne Bundesmitteln – umgesetzt und initiiert worden. Die Antragsstellung für 2021 läuft. Gemeinsam mit Interessierten und Ihnen möchten wir den aktuellen Stand analysieren, unter anderem gemeinsame strategische Ziele für unsere Partnerschaft für Demokratie definieren und weiterentwickeln.
Hierzu laden wir Sie herzlich zu unserer

zweiten Demokratiekonferenz
am Samstag, 03.10.2020, von 15:00 bis 18:00 Uhr

in das Kulturzentrum Palatin, Minnesängersaal,
Ringstraße 17-19, 69168 Wiesloch
ein.

Alle Informationen zu unserer Veranstaltung, zu den geplanten Inhalten sowie zum Anmeldeprozedere finden Sie in der Anlage.
Wir würden uns freuen mit Ihnen gemeinsam Projekte zu den Themen Demokratie und Toleranz zu entwickeln und so zum Gelingen eines friedvollen Zusammenlebens in unserem Gemeinwesen beizutragen.

Mit freundlichen Grüßen
Adrian Seidler, Jindro Stehlik

Was: Demokratiekonferenz
der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch (PfD)
Motto: Demokratie und Toleranz 2021
Datum: 03. Oktober 2020
Beginn: 15:00 Uhr
Ende: 18:00 Uhr
Veranstalter: Partnerschaft für Demokratie Stadt Wiesloch
Ort: Kulturzentrum Palatin, Minnesängersaal, Ringstraße 17-19, 69168 Wiesloch

Eingeladen sind alle Menschen aus Wiesloch und Umgebung, die sich mit den Themen Demokratie und Toleranz beschäftigen möchten.

Ab 15 Uhr können Sie sich über laufende Projekte informieren, über neue Aktionen und Veranstaltungen diskutieren sowie im partizipativen Dialog an den Zielen der PfD Wiesloch arbeiten.
Inhalte der Konferenz sind eine Ausstellung zu aktuellen Projekten, eine Netzwerkstatt und verschiedene Workshops mit dem Ziel neu Ziele und Projekte für unsere PfD zu entwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung ist das gegenseitige Kennenlernen um Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Für die Netzwerkstatt sind alle herzlich eingeladen, ihre Informationsmaterialien mitzubringen und Interessierten zur Verfügung zu stellen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite der städtischen Homepage und auf www.demokratie-wiesloch.de

Anmeldung und Kontakt für Rückfragen:
bis zum 30. September per E-Mail oder telefonisch bei Jindro Stehlik
E-Mail: kuf@demokratie-wiesloch.de, Tel: 06222 / 3053942

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch mit dem Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. statt und wird unter anderem aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.
Die Demokratiekonferenz ist ein offenes Forum, bei dem Menschen, denen das demokratische Zusammenleben in der Region am Herzen liegt, miteinander in Kontakt gebracht werden und eine Auseinandersetzung mit thematischen Schwerpunkten der Partnerschaft stattfindet. Aus dieser Vernetzungsarbeit entstehen neue Ideen für Projekte und Aktionen in der Region.
Die Demokratiekonferenz dient auch der Entwicklung einer gemeinsamen Situationsbeschreibung in der Region. Sie definiert die strategischen Ziele der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch.
Außerdem soll die Demokratiekonferenz auch der Vermittlung von Hintergrundwissen über menschenverachtende Phänomene und der Bekanntmachung von besonders erfolgreichen Projekten und Modellen dienen.

Kein Verständnis!

Stellungnahme des „Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V.“ zu den Ereignissen vom 19.8.2020 in Berlin

Das Recht auf Meinungsfreiheit ist einer der Grundpfeiler einer demokratischen, bunten und vielfältigen Gesellschaft. Auch die Meinungen von Minderheiten werden in einer Demokratie respektiert und geschützt. Dafür stehen wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz.

Der politische Diskurs in einer Demokratie erfordert Leidenschaft und Engagement, aber gleichzeitig Respekt im Umgang miteinander und mit demokratischen Institutionen. Dieser Diskurs darf auf keinen Fall in Gewalt umschlagen. Wir verurteilen jede Art von extremistischen Attacken. Wir haben kein Verständnis, wenn sogenannte „besorgte Bürger“, Corona-Maßnahmen-Gegner und Verschwörungsgläubige zusammen mit Neonazis demonstrieren und mitmachen bei deren Versuch, den Reichstag zu stürmen! Das ist abscheulich und unerträglich!

Nach dem brutalen Mord an George Floyd sagte Bundespräsident Steinmeier: „Es reicht nicht aus, kein Rassist zu sein. Wir müssen Antirassisten sein.

Übertragen auf die Ereignisse vom 29.8.2020 in Berlin kann das nur heißen: „Es reicht nicht aus, kein Nazi zu sein. Wir müssen Antinazis sein.“

Und dazu gehören: klare Abgrenzung, keine gemeinsame Sache, kein Marschieren Seite an Seite.

Wir hätten uns gewünscht, dass der Veranstalter bereits im Vorfeld klar Stellung bezogen hätte, und dass jeder einzelne Teilnehmer im Auftreten und bei den verwendeten Transparenten dargestellt hätte, wofür man steht – und wofür nicht.

Wer stillschweigend toleriert, dass rechte Demokratieverächter die Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für ihre zerstörerischen Zwecke missbrauchen, macht sich mitschuldig, wenn der demokratische Rechtsstaat und seine Institutionen immer stärker unter Druck geraten, wenn demokratisch gewählte Politikerinnen und Politiker mit Hassmails bedroht werden, wenn die grausame Vergangenheit uns einholt.

Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay