„Je suis Prof“ und „Je suis Samuel“

Stellungnahme des Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. zur Ermordung des Geschichtslehrer Samuel Paty am 16. Oktober im Pariser Vorortgemeinde Conflans-Sainte-Honorine

Die grausame Enthauptung des Geschichtslehrer Samuel Paty, in einem Pariser Vorort am vergangenen Freitag war ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, die nicht nur in Frankreich sondern in ganz Europa für Entsetzen sorgte.

Die Tat steht im Zusammenhang mit dem Unterricht von Samuel Paty in dem er seinen Schülern die Mohammed-Karikaturen, die das Satiremagazin Charlie Hebdo veröffentlichte, zeigte, um mit ihnen über die Presse- und Meinungsfreiheit zu diskutieren. Vorab bot er den Schülerinnen und Schülern an dem Unterricht für diese Lektion fernzubleiben.

Die grausame Ermordung des Lehrers war zugleich ein Angriff auf unsere Grundwerte, auf die Meinungsfreiheit und auf die Pressefreiheit.

Wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz verurteilen diese Tat.

Wie wir bereits in unserer Stellungnahme zu den Ereignissen vom 19.8.2020 in Berlin erklärten, ist das Recht auf Meinungsfreiheit einer der Grundpfeiler einer demokratischen, bunten und vielfältigen Gesellschaft. Und weiter schrieben wir „… Auch die Meinungen von Minderheiten werden in einer Demokratie respektiert und geschützt. Dafür stehen wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz. Der politische Diskurs in einer Demokratie erfordert Leidenschaft und Engagement, aber gleichzeitig Respekt im Umgang miteinander und mit demokratischen Institutionen. Dieser Diskurs darf auf keinen Fall in Gewalt umschlagen. …“

Satire und Karikaturen müssen nicht jedem gefallen. Und ob Satire den richtigen Ton trifft und ob eine Karikatur sein muss, darüber lässt sich diskutieren.

Es darf nicht sein, dass Menschen in Angst leben müssen, weil sie im Rahmen geltenden Rechts ihre Meinung vertreten.

Insbesondere nicht in einer Zeit, in der Meinungsverschiedenheiten und sachliche Auseinandersetzungen, auch befeuert durch die sogenannten Sozialen Netzwerke, schnell in Aggressivität umschlagen und in Hass und Gewalt enden können.

Die Meinungs- und die Pressefreiheit sind wichtige Güter. Sie sind Grundpfeiler unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Keine Diskussion ist es Wert, diese Grundordnung und unsere Grundwerte in Frage zu stellen bzw. diese in Frage stellen zu lassen.

Auch für uns ist die eine oder andere Meinung nur schwer zu ertragen. Aber zu einer Demokratie gehört dies dazu. Solange sich andere Meinungen im Rahmen des Akzeptablen bewegen, dürfen wir es als Demokraten nicht zulassen, dass diese – wie bei Samuel Paty oder bei Walter Lübcke – auf grausame Weise mundtot gemacht werden.  

Es liegt an uns allen dafür Sorge zu tragen, dass kein Klima der Angst entsteht. Es liegt an uns, Lehrerinnen und Lehrern, Amtsträgern und allen, die sich für die Meinungs- und Pressefreiheit und unsere demokratischen Werte einsetzen, den Rücken zu stärken. Und es liegt an uns, unsere Demokratie nicht als selbstverständlich zu erachten und für unsere Grundwerte immer wieder einzustehen.

Eines unserer Ziele ist es, für eine „offene und tolerante Gesellschaft einzutreten“. In unserem Leitbild lehnen wir alle Jene ab, die die Menschenwürde verletzen und unser Grundgesetz nicht anerkennen.

Wir als Bündnis verurteilen jede Art von extremistischen Attacken und werben für ein gutes, friedliches, demokratisches und tolerantes Miteinander.

21.10.2020


Zum Artikel auf Wikipedia.

Interkulturelle Woche und Workshop „Ubuntu – Ich bin, weil WIR sind!“

Veranstaltungen im Rahmen der
Interkulturellen Woche
in Wiesloch

Im Rahmen der am Mittwoch beginnenden Interkulturellen Woche laden das Bündnis für Demokratie und Toleranz und das Kunststudio 58 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Gestalten toller Motive zum Thema „Ubuntu“ aus Textilcollagen ein.

In den Bantusprachen der Zulu und der Xhosa bedeutet Ubuntu in etwa „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Gemeinsinn“ sowie die Erfahrung und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist.

Für den Workshop fallen keine Gebühr an. Die Adresse lautet Lempenseite 58, Wiesloch. Anmeldung unter francisca@ardonascimento.com

Einladung zur Demokratiekonferenz

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Oktober 2018 hat sich der Verein „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ in Wiesloch gegründet. Wenig später wurde Wiesloch zu einer „Partnerschaft für Demokratie“, welche aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ bezuschusst wird.
Gemeinsam wurde einiges auf den Weg gebracht und zwischenzeitlich sind eine ganze Reihe von Projekten – mit und ohne Bundesmitteln – umgesetzt und initiiert worden. Die Antragsstellung für 2021 läuft. Gemeinsam mit Interessierten und Ihnen möchten wir den aktuellen Stand analysieren, unter anderem gemeinsame strategische Ziele für unsere Partnerschaft für Demokratie definieren und weiterentwickeln.
Hierzu laden wir Sie herzlich zu unserer

zweiten Demokratiekonferenz
am Samstag, 03.10.2020, von 15:00 bis 18:00 Uhr

in das Kulturzentrum Palatin, Minnesängersaal,
Ringstraße 17-19, 69168 Wiesloch
ein.

Alle Informationen zu unserer Veranstaltung, zu den geplanten Inhalten sowie zum Anmeldeprozedere finden Sie in der Anlage.
Wir würden uns freuen mit Ihnen gemeinsam Projekte zu den Themen Demokratie und Toleranz zu entwickeln und so zum Gelingen eines friedvollen Zusammenlebens in unserem Gemeinwesen beizutragen.

Mit freundlichen Grüßen
Adrian Seidler, Jindro Stehlik

Was: Demokratiekonferenz
der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch (PfD)
Motto: Demokratie und Toleranz 2021
Datum: 03. Oktober 2020
Beginn: 15:00 Uhr
Ende: 18:00 Uhr
Veranstalter: Partnerschaft für Demokratie Stadt Wiesloch
Ort: Kulturzentrum Palatin, Minnesängersaal, Ringstraße 17-19, 69168 Wiesloch

Eingeladen sind alle Menschen aus Wiesloch und Umgebung, die sich mit den Themen Demokratie und Toleranz beschäftigen möchten.

Ab 15 Uhr können Sie sich über laufende Projekte informieren, über neue Aktionen und Veranstaltungen diskutieren sowie im partizipativen Dialog an den Zielen der PfD Wiesloch arbeiten.
Inhalte der Konferenz sind eine Ausstellung zu aktuellen Projekten, eine Netzwerkstatt und verschiedene Workshops mit dem Ziel neu Ziele und Projekte für unsere PfD zu entwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung ist das gegenseitige Kennenlernen um Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Für die Netzwerkstatt sind alle herzlich eingeladen, ihre Informationsmaterialien mitzubringen und Interessierten zur Verfügung zu stellen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite der städtischen Homepage und auf www.demokratie-wiesloch.de

Anmeldung und Kontakt für Rückfragen:
bis zum 30. September per E-Mail oder telefonisch bei Jindro Stehlik
E-Mail: kuf@demokratie-wiesloch.de, Tel: 06222 / 3053942

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch mit dem Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. statt und wird unter anderem aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.
Die Demokratiekonferenz ist ein offenes Forum, bei dem Menschen, denen das demokratische Zusammenleben in der Region am Herzen liegt, miteinander in Kontakt gebracht werden und eine Auseinandersetzung mit thematischen Schwerpunkten der Partnerschaft stattfindet. Aus dieser Vernetzungsarbeit entstehen neue Ideen für Projekte und Aktionen in der Region.
Die Demokratiekonferenz dient auch der Entwicklung einer gemeinsamen Situationsbeschreibung in der Region. Sie definiert die strategischen Ziele der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch.
Außerdem soll die Demokratiekonferenz auch der Vermittlung von Hintergrundwissen über menschenverachtende Phänomene und der Bekanntmachung von besonders erfolgreichen Projekten und Modellen dienen.

Kein Verständnis!

Stellungnahme des „Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V.“ zu den Ereignissen vom 19.8.2020 in Berlin

Das Recht auf Meinungsfreiheit ist einer der Grundpfeiler einer demokratischen, bunten und vielfältigen Gesellschaft. Auch die Meinungen von Minderheiten werden in einer Demokratie respektiert und geschützt. Dafür stehen wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz.

Der politische Diskurs in einer Demokratie erfordet Leidenschaft und Engagement, aber gleichzeitig Respekt im Umgang miteinander und mit demokratischen Instituitionen. Dieser Diskurs darf auf keinen Fall in Gewalt umschlagen. Wir verurteilen jede Art von extremistischen Attacken. Wir haben kein Verständnis, wenn sogennante „besorgte Bürger“, Corona-Maßnahmen-Gegner und Verschwörungsgläubige zusammen mit Neonazis demonstrieren und mitmachen bei deren Versuch, den Reichstag zu stürmen! Das ist abscheulich und unerträglich!

Nach dem brutalen Mord an George Floyd sagte Bundespräsident Steinmeier: „Es reicht nicht aus, kein Rassist zu sein. Wir müssen Antirassisten sein.

Übertragen auf die Ereignisse vom 29.8.2020 in Berlin kann das nur heißen: „Es reicht nicht aus, kein Nazi zu sein. Wir müssen Antinazis sein.“

Und dazu gehören: klare Abgrenzung, keine gemeinsame Sache, kein Marschieren Seite an Seite.

Wir hätten uns gewünscht, dass der Veranstalter bereits im Vorfeld klar Stellung bezogen hätte, und dass jeder einzelne Teilnehmer im Auftreten und bei den verwendeten Transparenten dargestellt hätte, wofür man steht – und wofür nicht.

Wer stillschweigend toleriert, dass rechte Demokratieverächter die Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für ihre zerstörerischen Zwecke missbrauchen, macht sich mitschuldig, wenn der demokratische Rechtsstaat und seine Institutionen immer stärker unter Druck geraten, wenn demokratisch gewählte Politikerinnen und Politiker mit Hassmails bedroht werden, wenn die grausame Vergangenheit uns einholt.

Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

Dorfpride Mühlhausen 2020

Rede bei der Dorfpride in Mühlhausen 02.08.2020

Wir freuen uns sehr, heute hier bei der ersten Dorfpride im Südwesten zu Euch sprechen zu dürfen. Unser Verein „Bündnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch e.V.“, für den wir heute hier zu Euch sprechen dürfen, hat sich zum Ziel gesetzt, eine Brücke in unserer Gesellschaft zu bauen.
Wir stützen uns dabei auf den Grundsatz von Demokratie, Toleranz und Vielfalt. Wir handeln entschieden gegen jede Form von Rassismus, Intoleranz, Populismus, Extremismus und allem, das versucht unsere Demokratie, Freiheit und Vielfalt anzugreifen.
Was für eine fröhliche Demonstration des Selbstbewusstseins. Wir zeigen „alle gehören dazu“ und durch unser aller Teilnahme an dieser Dorfpride sind wir gemeinsam ein Vielfaltsverstärker.
Landtagspräsidentin Mutharem Aras hat beim CSD in Stuttgart gesagt:
„Vielfalt bedeutet, sich auf Neues einzulassen, auf andere Menschen, die andere Erfahrungen gemacht haben, die anders ticken und anders sprechen.“ Das kann anstrengend sein und es führt gelegentlich auch zu mehr Auseinandersetzungen. Aber es macht uns als Gesellschaft stärker.
Wir sind davon überzeugt, es ist wichtig, dass wir alle von einander lernen in und aus allen Lebensbereichen unserer Gesellschaft. Ein kluges Beispiel liefert uns die Wirtschaft:
Unternehmen mit gemischten Teams – Ältere/Jüngere, Frauen/Männer, Menschen mit
unterschiedlicher Herkunft, Religion, sexueller und geschlechtlicher Identität – machen nachweislich gemeinsam mehr Gewinn.
Der Gewinn unserer Gesellschaft lässt sich nicht in Geld messen, aber in mehr Zusammenhalt, in mehr Kreativität und auch in einer höheren Resistenz gegen Krisen, wie wir aktuell sehen, weil wir mit gelebter Vielfalt sicher einen besseren Rundumblick in der Gesellschaft haben. Gelebte Vielfalt heißt, dass wir auf allen Ebenen Vielfalt ermöglichen und auch aktiv fördern in den Führungsetagen von Wirtschaft, in der Politik, in Verwaltungen, in Universitäten, in Schulen, in Kitas und im Sport und im täglichen Leben. Vielfalt muss Leitbild in unserer Gesellschaft sein und nicht nur ein *Sternchen-Thema.
Ein Afrikanisches Sprichwort sagt: Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern. Wir sind alle heute hier und machen gemeinsam weitere viele kleine Schritte um das Gesicht und auch das Herz unserer Welt noch bunter und vielfältiger zu machen. Das ist großartig und wir freuen uns sehr, dass heute dafür hier in Mühlhausen bei der Dorfpride so viele Menschen dabei sind.
Herzlichen Dank von uns „Demokratie und Toleranz Wiesloch e.V.“ an die OrganisatorInnen.

„Es reicht nicht kein Rassist zu sein. Wir müssen Anti-Rassisten sein“

Um ein Zeichen für ein offenes, buntes, tolerantes Wiesloch und gegen Alltagsrassismus zu setzen, hatte das „Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V.“ Wiesloch am 19. Juli zu einer Kundgebung in den Gerbersruhpark eingeladen. Unter dem Motto „Wiesloch sagt Nein zu Rassismus!“ sprachen sich Vertreter unterschiedlicher gesellschaftlichen Gruppen, Organisationen und Institutionen gegen Terror, Rechtsextremismus, Rassismus, Hass, Intoleranz und Ausgrenzung aus. Aktualität und Brisanz des Themas waren für die Organisatoren vom Bündnis für Demokratie und Toleranz und die Aktivisten von „Fridays for Future“ vom OHG Wiesloch Grund genug die Veranstaltung auch in Zeiten von Corona durchzuführen. Gemeinsam mit der Polizei und der Stadtverwaltung wurde ein Konzept entwickelt, welches einen größtmöglichen Infektionsschutz gewährleisten konnte. Die Veranstaltung wurde von der Band Beatschuppen musikalisch begleitet.

Mit einem herzlichen „Willkommen“ begrüßte Oriana Viveros de Moraes-Gradl, Vorstandsmitglied von „Bündnis für Demokratie und Toleranz“, die etwa 200 Besucherinnen und Besucher, die in den Gerbesruhpark gekommen waren. Anlass der Kundgebung waren die erschreckenden Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit. „Nach dem was in den letzten Tagen und Wochen bei uns, in Deutschland und in der Welt los war, ist es uns wichtig gerade auch im Moment ein Zeichen zu setzen. Rechte Netzwerke bei Polizei und Bundeswehr werden aufgedeckt, der Prozess zum Mord an Walter Lübcke hat gerade begonnen, das menschenverachtende Verhalten von Polizisten in den USA, dass das Leben vieler Afroamerikaner kostet und die anti-rassistische Bewegung „Black Lives Matter“ erzeugte, – Alltagsrassismus macht sich immer mehr breit.“ Wie wichtig es ist, in solchen Zeiten Farbe zu bekennen, unterstrich sie mit einem Zitat von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier „Es reicht heute nicht mehr aus, kein Rassist zu sein. Wir müssen Antirassisten sein!“ und rief alle dazu auf, mit einer geschärften Wahrnehmung auf alltägliche Entscheidungen anzufangen. Denn mit einer geschärften Wahrnehmung für Respekt und Gerechtigkeit folgen bessere Entscheidungen und durch bessere Entscheidungen erreichen wir ein besseres Verhalten und bessere Handlungen.

Oberbürgermeister Dirk Elkemann erinnerte an den Tod von George Floyd in den USA und die anschließenden Ausschreitungen, die verdeutlicht haben, wie sehr alltäglicher Rassismus auch heute noch die Menschen aufwühlt. „In Deutschland werden rechtsradikale Umtriebe in einer Eliteeinheit der Bundeswehr offenkundig, die zur Auflösung einer Kompanie und weiteren organisatorischen Veränderungen führen. In Wiesloch verfolgen wir mit großer Aufmerksamkeit die Gerichts­verhandlung, in der die mit rechtsradikalen Ausrufen begangenen Taten an einer Eisdiele der Innenstadt aufgearbeitet werden. Wir sind sicher, dass der Rechtsstaat hier eine klare Antwort finden wird, denn hier ist die bürgerliche Gesellschaft herausgefordert. Stets aufs Neue müssen wir herausstellen, dass die Mehrheit hinter dem Prinzip einer offenen Gesellschaft steht und jegliche Formen von Rassismus kategorisch ablehnt. Wir brauchen eine Normalität, in der die Hautfarbe einfach keine Rolle spielt“. Danach sprachen Sultan Demir, Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde in Wiesloch, Turan Öcalan von der Moscheegemeinde Wiesloch, Pfarrer Alexander Hafner von der katholischen Seelsorgeeinheit Wiesloch-Dielheim für die Ökumene und Christine Ebbinghaus vom Schulleitungsteam Esther Bejarano Schule Wiesloch, die alle deutlich machten, dass Rassismus und Ausgrenzung in Wiesloch keinen Platz haben. Evein Obulor, Gründerin des „Migration Hub Heidelberg“, war erkrankt und musste kurzfristig absagen. Schließlich nahm Nils Sandritter von „Fridays for Future“ Stellung zum Zusammenhang von Klima- und Rassismuskrise. Aus der Sicht von „Fridays for Future“ ist die Klimakrise nicht nur eine ökologische und technische Herausforderung, sondern auch eine politische und soziale. „Rassismus zu bekämpfen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir sind nicht Schuld an dem, was war, aber wir sind verantwortlich für das, was in der Gegenwart und in der Zukunft passiert. Deswegen möchten wir jede und jeden, egal was für ein Leben er oder sie führt, ermutigen Verantwortung zu übernehmen.“ Nach der Veranstaltung zeigte sich der Versammlungsleiter Adrian Seidler vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ mit dem Verlauf sehr zufrieden: „Es ist toll, dass trotz Corona so viele den Weg zu uns gefunden haben. Es ist wichtig zu zeigen, dass wir etwas gegen Alltagsrassismus tun wollen.“

Auftaktveranstaltung zu „Frauenweiler spricht“

Wir alle sind die Gemeinschaft. Wir alle sind Frauenweiler.
Auftaktveranstaltung zu „Frauenweiler spricht“.

Am vergangenen Samstag sind knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung zu „Frauenweiler spricht“ gefolgt und trafen sich in der Mehrzweckhalle Frauenweiler zu einem ersten Austausch.
Zu diesem Projekt hatte neben dem Stadtteilverein Frauenweiler auch das Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz und die Bürgerstiftung Wiesloch eingeladen. „Frauenweiler spricht“ ist ein Teil von „Wiesloch spricht“. Die Projektidee zu beiden Gesprächsrunden entstammt von der bundesweiten Aktion „Deutschland spricht“, die vor einigen Jahren von einigen Medienhäusern ins Leben gerufen wurden, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und aus ihrer eigenen persönlichen Blase heraus zu holen. „Neben diesen Zielen möchte man mit dem Projekt das Miteinander verbessern, Verständnis füreinander und Toleranz fördern, die Gemeinschaft stärken, Brücken bauen und „Fremde“ ins Boot holen, sowie das Bewusstsein für „Wir alle sind die Gemeinschaft und wir alle sind Frauenweiler“ entwickeln und stärken“, so die Organisatoren.
Adrian Seidler begrüßte die Teilnehmer, dankte den Mit-Organisatoren Tine und Martin Lukat, den Co-Veranstaltern und erläuterte den Ablauf und die Projektidee. „Zum einen wolle man Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Viel zu häufig spräche man nur digital und dies verschlechtere auch das Klima“. Zum anderen wolle man gemeinsam Ideen entwickeln das Dorfleben und das Miteinander noch besser und vielfältiger zu gestalten.
Der abwechslungsreiche Nachmittag wurde von Wolfgang Widder moderiert. Im ersten Teil gab es verschiedene Gesprächsrunden. In wechselnden Zweierpaarungen kam man mit einem „Unbekannten“ ins Gespräch und tauschte sich über Fragen wie „Wie war Dein Leben mit zehn Jahren?“, „Was denken Sie über die Organspende?“, „Wo gibt es Grenzen in Ihrer Toleranz?“ oder „Was bedeutet Dir Frauenweiler?“. Nach einer Pause, in der die Gespräche bei Kaffee und Kuchen vertieft wurden, ging es an vier verschiedenen Thementischen weiter. Am Tisch „Frauenweiler spricht“ ging es um die Frage, wie das Format weiterentwickelt werden könnte. Über die bestehenden und auch fehlenden Feste ging es am Tisch „Frauenweiler feiert“. Wer kann wo mitanpacken und wie gewinnt man Helfer wurde am Tisch „Frauenweiler pack an“ besprochen. Und über fehlende Dinge und Projekte ging es am Tisch „Frauenweiler inspiriert“.
Am Ende wurden die Ergebnisse in der großen Runde vorgestellt und besprochen. Den positiven Rückmeldungen der Teilnehmer schloss sich das Projektteam an und versprach die Ergebnisse zeitnah auszuwerten und alle Interessierte zu einem baldigen Folgetreffen einzuladen. Im Sommer wolle man eine weitere Veranstaltung dieser Art durchführen. Zudem sind verschiedene kleinere und größere Veranstaltungen und Anstöße geplant, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen.

Bei Fragen, Ideen und Anregungen können Interessierte sich gerne an Adrian Seidler (Tel 318292) wenden.

Artikel der RNZ dazu:

„Frauenweiler spricht“

Wann: 7. März 2020, 15:00 Uhr
Wo: Mehrzweckhalle Frauenweiler

Der Stadtteilverein Frauenweiler startet ein gemeinsames Projekt mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. und der Bürgerstiftung Wiesloch.

Worum geht es?

In Zeiten von Sozialen Netzwerken und Digitalisierung, einer sich immer schneller drehenden Welt, einer sich wandelnden Arbeitswelt, einer aufgeregten Debattenkultur und einer sich verändernden Gesellschaft bleibt so manches auf der Strecke – vor allem das Miteinander, das Gespräch und die Diskussion. Häufig sind wir in unserem Alltagsstress gefangen oder stecken in unseren Filterblasen fest.
Gemeinsam mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. und der Wieslocher Bürgerstiftung startet der Stadtteilverein Frauenweiler das Projekt „Frauenweiler spricht“ und lädt alle Interessierte und Neugierige Personen aus Frauenweiler hierzu herzlich ein. „Frauenweiler spricht“ ist Teil des Projekts „Wiesloch spricht“ der Bürgerstiftung.

Ziele?

  • Raum und Möglichkeit zu schaffen aus der Filterblase herauszutreten, den eigenen Erfahrungsschatz und Horizont erweitern
  • Verständnis füreinander und Toleranz fördern
  • eine gute Zeit haben gemeinsam
  • Ideen entwickeln wie wir unseren Ortsteil weiterentwickeln können
  • Bewusstsein „Wir sind Frauenweiler“ entwickeln und verstärken

Wann?
Am 7.3. treffen wir uns um 15:00 Uhr zu einer ersten Veranstaltung in die Mehrzweckhalle ein. Bei Kaffee und Kuchen wollen wir zunächst in verschiedenen kleinen Kennenlern-runden in Zweiergesprächen mit einer „fremden“ Person ins Gespräch kommen. Im Anschluss möchten wir in einem zweiten Teil gemeinsam an verschiedenen Tischen Themen weiter besprechen und gemeinsam Ideen für ein noch besseres Miteinander und noch vielfältigers Dorfleben entwickeln.

Neugierig?
Dann kommen Sie am 7. März einfach dazu. Eine Anmeldung an veranstaltung@frauenweiler.info hilft uns bei der Planung, ist aber nicht zwingend nötig.

Was wünschen wir uns?
Viele weitere Ideen aus der Bevölkerung, die wir im Laufe des Jahres umsetzen können. Oberdorf kommt mit dem Unterdorf ins Gespräch, Junge mit Alten, Einheimische mit Zugezogenen, Tennisspieler mit den Fußballern, und so weiter.
Das Miteinander hier vor Ort noch besser werden zu lassen

Bei Fragen …
… können Sie sich gerne an den Stadtteilverein Frauenweiler (www.frauenweiler.info/kontakt/) oder an Adrian Seidler (Tel. 318292) wenden