Berches-Brot ging schnell weg

Am 22. Oktober 2020 jährte sich der 80. Jahrestag der Deportation der badischen Juden in das Internierungslager Gurs. Gemeinsam mit der Stolperstein Initiative verteilten wir gegen eine kleine Spende das jüdische Festtagsbrot Berches auf dem evangelischen Kirchplatz zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. In einer Zeit in der auch der Antisemitismus mehr und mehr aufkeimt, ist es uns ein Anliegen das Andenken zu bewahren, dem Einhalt zu geben und sichtbare Zeichen zu setzen.

„Je suis Prof“ und „Je suis Samuel“

Stellungnahme des Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. zur Ermordung des Geschichtslehrer Samuel Paty am 16. Oktober im Pariser Vorortgemeinde Conflans-Sainte-Honorine

Der islamistische Terroranschlag und die grausame Enthauptung des Geschichtslehrer Samuel Paty, in einem Pariser Vorort am vergangenen Freitag war ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, die nicht nur in Frankreich sondern in ganz Europa für Entsetzen sorgte.

Die Tat steht im Zusammenhang mit dem Unterricht von Samuel Paty in dem er seinen Schülern die Mohammed-Karikaturen, die das Satiremagazin Charlie Hebdo veröffentlichte, zeigte, um mit ihnen über die Presse- und Meinungsfreiheit zu diskutieren. Vorab bot er den Schülerinnen und Schülern an dem Unterricht für diese Lektion fernzubleiben.

Die grausame Ermordung des Lehrers war zugleich ein Angriff auf unsere Grundwerte, auf die Meinungsfreiheit und auf die Pressefreiheit.

Wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz verurteilen diese Tat.

Wie wir bereits in unserer Stellungnahme zu den Ereignissen vom 19.8.2020 in Berlin erklärten, ist das Recht auf Meinungsfreiheit einer der Grundpfeiler einer demokratischen, bunten und vielfältigen Gesellschaft. Und weiter schrieben wir „… Auch die Meinungen von Minderheiten werden in einer Demokratie respektiert und geschützt. Dafür stehen wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz. Der politische Diskurs in einer Demokratie erfordert Leidenschaft und Engagement, aber gleichzeitig Respekt im Umgang miteinander und mit demokratischen Institutionen. Dieser Diskurs darf auf keinen Fall in Gewalt umschlagen. …“

Satire und Karikaturen müssen nicht jedem gefallen. Und ob Satire den richtigen Ton trifft und ob eine Karikatur sein muss, darüber lässt sich diskutieren.

Es darf nicht sein, dass Menschen in Angst leben müssen, weil sie im Rahmen geltenden Rechts ihre Meinung vertreten.

Insbesondere nicht in einer Zeit, in der Meinungsverschiedenheiten und sachliche Auseinandersetzungen, auch befeuert durch die sogenannten Sozialen Netzwerke, schnell in Aggressivität umschlagen und in Hass und Gewalt enden können.

Die Meinungs- und die Pressefreiheit sind wichtige Güter. Sie sind Grundpfeiler unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Keine Diskussion ist es Wert, diese Grundordnung und unsere Grundwerte in Frage zu stellen bzw. diese in Frage stellen zu lassen.

Auch für uns ist die eine oder andere Meinung nur schwer zu ertragen. Aber zu einer Demokratie gehört dies dazu. Solange sich andere Meinungen im Rahmen des Akzeptablen bewegen, dürfen wir es als Demokraten nicht zulassen, dass diese – wie bei Samuel Paty oder bei Walter Lübcke – auf grausame Weise mundtot gemacht werden.  

Es liegt an uns allen dafür Sorge zu tragen, dass kein Klima der Angst entsteht. Es liegt an uns, Lehrerinnen und Lehrern, Amtsträgern und allen, die sich für die Meinungs- und Pressefreiheit und unsere demokratischen Werte einsetzen, den Rücken zu stärken. Und es liegt an uns, unsere Demokratie nicht als selbstverständlich zu erachten und für unsere Grundwerte immer wieder einzustehen.

Eines unserer Ziele ist es, für eine „offene und tolerante Gesellschaft einzutreten“. In unserem Leitbild lehnen wir alle Jene ab, die die Menschenwürde verletzen und unser Grundgesetz nicht anerkennen.

Wir als Bündnis verurteilen jede Art von extremistischen Attacken und werben für ein gutes, friedliches, demokratisches und tolerantes Miteinander.

21.10.2020


Zum Artikel auf Wikipedia.

Start des Projekts „Wieslocher Wohnzimmer“

Bei der Konferenz wurde das „Wieslocher Wohnzimmer“ als Projekt des Vereins und der PfD vorgestellt. Ideengeber und Initiator war Dr. Lars Castellucci, der durch die Anschubfinanzierung das Projekt erst möglich gemacht hatte und weiterhin aktiv in der Projektgruppe mitarbeitet.  

Mittlerweile hat unser Verein federführend das Projekt organisatorisch mitübernommen. Die Projektgruppe „Wohnzimmer“ trifft sich regelmäßig, um die nächsten Schritte zu beraten. Dabei streben wir aktiv nach Partnerschaften mit anderen Institutionen und Organisationen auf lokaler und regionaler Ebene.

Das Wieslocher Wohnzimmer ist eine zentraler Baustein für den Verein und die gemeinsame Ziele sein. Mit dem Wieslocher Wohnzimmer soll ein Ort für verschiedene Initiativen, Vereine, Gruppen, Einzelpersonen und Verbände geschaffen werden.

Die Ziele des Projektes „Wieslocher Wohnzimmer“ haben wir in dem Projektantrag wie folgt beschrieben:

„Menschen sind uns so lange fremd, bis wir sie kennenlernen“, hat unser früherer Wieslocher Oberbürgermeister Franz Schaidhammer bei seinem Amtsantritt gesagt. Da hat er Recht. Und gleichzeitig ist das eine größere Aufgabe. Annähernd zehn Prozent unserer Bevölkerung kommen in einem einzelnen Jahr neu hinzu, ein winziger Teil als Neugeborene, die meisten von außen, etwa ebenso viele sterben oder ziehen fort. Über einen längeren Zeitraum tauscht sich ein erheblicher Teil unserer Bevölkerung fortlaufend aus. Vereinsvorsitzende können ein Lied davon singen.

Überall, wo Menschen neu aufeinander treffen, muss das Zusammenleben eingeübt werden: im Wohnblock, im Stadtteil, in der Gemeinde oder Stadt. Wo Menschen sich begegnen, kennenlernen und Beziehungen aufbauen, schwinden Ängste und Vorurteile und kann Neues entstehen. Es fehlen uns Plattformen, auf denen man alle Bevölkerungsgruppen beisammen hat. Sie müssen – vom Dorfgemeinschaftshaus über BürgerInnentreffs oder Interkulturelle Cafés – organisiert, entsprechend unterstützt und in ihrem integrativen Ansatz gestärkt werden. Vielleicht kann in Wiesloch hierfür ein Modell entstehen.

Wir wollen einen Ort für alle schaffen. Wir haben unglaublich viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, Feste und Gelegenheiten, sich zu treffen. Oftmals treffen sich aber eher die gleichen Leute untereinander. Alles ist bunt und vielfältig, das ist schön, aber es kommen Wenige zusammen. Vereine, Kirchengemeinden und andere Organisationen haben ihre eigenen Räumlichkeiten. Kneipen mit Nebenräumen sind Mangelware geworden. Die Stadthalle ist zu groß und festlich. Vielfalt bedeutet für uns, dass nicht nur Jede/r für sich sein kann wie er oder sie will, sondern dass wir auch miteinander in Vielfalt gut zusammenleben. Das wollen wir unterstützen mit einem Raum, in dem man sich unkompliziert treffen, begegnen, kennenlernen kann. Dieser Raum ist das Wieslocher Wohnzimmer. Ein Raum, in dem man sich wohlfühlt wie im eigenen Wohnzimmer. Wo man gemütlich sitzt, sich ausruht, unterhält, etwas liest oder mit anderen zusammen etwas unternimmt.

Haben wir Sie neugierig gemacht? Die Projektgruppe freut sich über alle Mitstreitenden. Melden Sie sich bei uns uns oder kommen Sie zu einer unserer Veranstaltungen.

Interkulturelle Woche und Workshop „Ubuntu – Ich bin, weil WIR sind!“

Veranstaltungen im Rahmen der
Interkulturellen Woche
in Wiesloch

Im Rahmen der am Mittwoch beginnenden Interkulturellen Woche laden das Bündnis für Demokratie und Toleranz und das Kunststudio 58 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Gestalten toller Motive zum Thema „Ubuntu“ aus Textilcollagen ein.

In den Bantusprachen der Zulu und der Xhosa bedeutet Ubuntu in etwa „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Gemeinsinn“ sowie die Erfahrung und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist.

Für den Workshop fallen keine Gebühr an. Die Adresse lautet Lempenseite 58, Wiesloch. Anmeldung unter francisca@ardonascimento.com

Einladung zur Demokratiekonferenz

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Oktober 2018 hat sich der Verein „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ in Wiesloch gegründet. Wenig später wurde Wiesloch zu einer „Partnerschaft für Demokratie“, welche aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ bezuschusst wird.
Gemeinsam wurde einiges auf den Weg gebracht und zwischenzeitlich sind eine ganze Reihe von Projekten – mit und ohne Bundesmitteln – umgesetzt und initiiert worden. Die Antragsstellung für 2021 läuft. Gemeinsam mit Interessierten und Ihnen möchten wir den aktuellen Stand analysieren, unter anderem gemeinsame strategische Ziele für unsere Partnerschaft für Demokratie definieren und weiterentwickeln.
Hierzu laden wir Sie herzlich zu unserer

zweiten Demokratiekonferenz
am Samstag, 03.10.2020, von 15:00 bis 18:00 Uhr

in das Kulturzentrum Palatin, Minnesängersaal,
Ringstraße 17-19, 69168 Wiesloch
ein.

Alle Informationen zu unserer Veranstaltung, zu den geplanten Inhalten sowie zum Anmeldeprozedere finden Sie in der Anlage.
Wir würden uns freuen mit Ihnen gemeinsam Projekte zu den Themen Demokratie und Toleranz zu entwickeln und so zum Gelingen eines friedvollen Zusammenlebens in unserem Gemeinwesen beizutragen.

Mit freundlichen Grüßen
Adrian Seidler, Jindro Stehlik

Was: Demokratiekonferenz
der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch (PfD)
Motto: Demokratie und Toleranz 2021
Datum: 03. Oktober 2020
Beginn: 15:00 Uhr
Ende: 18:00 Uhr
Veranstalter: Partnerschaft für Demokratie Stadt Wiesloch
Ort: Kulturzentrum Palatin, Minnesängersaal, Ringstraße 17-19, 69168 Wiesloch

Eingeladen sind alle Menschen aus Wiesloch und Umgebung, die sich mit den Themen Demokratie und Toleranz beschäftigen möchten.

Ab 15 Uhr können Sie sich über laufende Projekte informieren, über neue Aktionen und Veranstaltungen diskutieren sowie im partizipativen Dialog an den Zielen der PfD Wiesloch arbeiten.
Inhalte der Konferenz sind eine Ausstellung zu aktuellen Projekten, eine Netzwerkstatt und verschiedene Workshops mit dem Ziel neu Ziele und Projekte für unsere PfD zu entwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung ist das gegenseitige Kennenlernen um Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Für die Netzwerkstatt sind alle herzlich eingeladen, ihre Informationsmaterialien mitzubringen und Interessierten zur Verfügung zu stellen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite der städtischen Homepage und auf www.demokratie-wiesloch.de

Anmeldung und Kontakt für Rückfragen:
bis zum 30. September per E-Mail oder telefonisch bei Jindro Stehlik
E-Mail: kuf@demokratie-wiesloch.de, Tel: 06222 / 3053942

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch mit dem Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. statt und wird unter anderem aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.
Die Demokratiekonferenz ist ein offenes Forum, bei dem Menschen, denen das demokratische Zusammenleben in der Region am Herzen liegt, miteinander in Kontakt gebracht werden und eine Auseinandersetzung mit thematischen Schwerpunkten der Partnerschaft stattfindet. Aus dieser Vernetzungsarbeit entstehen neue Ideen für Projekte und Aktionen in der Region.
Die Demokratiekonferenz dient auch der Entwicklung einer gemeinsamen Situationsbeschreibung in der Region. Sie definiert die strategischen Ziele der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch.
Außerdem soll die Demokratiekonferenz auch der Vermittlung von Hintergrundwissen über menschenverachtende Phänomene und der Bekanntmachung von besonders erfolgreichen Projekten und Modellen dienen.

Kein Verständnis!

Stellungnahme des „Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V.“ zu den Ereignissen vom 19.8.2020 in Berlin

Das Recht auf Meinungsfreiheit ist einer der Grundpfeiler einer demokratischen, bunten und vielfältigen Gesellschaft. Auch die Meinungen von Minderheiten werden in einer Demokratie respektiert und geschützt. Dafür stehen wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz.

Der politische Diskurs in einer Demokratie erfordert Leidenschaft und Engagement, aber gleichzeitig Respekt im Umgang miteinander und mit demokratischen Institutionen. Dieser Diskurs darf auf keinen Fall in Gewalt umschlagen. Wir verurteilen jede Art von extremistischen Attacken. Wir haben kein Verständnis, wenn sogenannte „besorgte Bürger“, Corona-Maßnahmen-Gegner und Verschwörungsgläubige zusammen mit Neonazis demonstrieren und mitmachen bei deren Versuch, den Reichstag zu stürmen! Das ist abscheulich und unerträglich!

Nach dem brutalen Mord an George Floyd sagte Bundespräsident Steinmeier: „Es reicht nicht aus, kein Rassist zu sein. Wir müssen Antirassisten sein.

Übertragen auf die Ereignisse vom 29.8.2020 in Berlin kann das nur heißen: „Es reicht nicht aus, kein Nazi zu sein. Wir müssen Antinazis sein.“

Und dazu gehören: klare Abgrenzung, keine gemeinsame Sache, kein Marschieren Seite an Seite.

Wir hätten uns gewünscht, dass der Veranstalter bereits im Vorfeld klar Stellung bezogen hätte, und dass jeder einzelne Teilnehmer im Auftreten und bei den verwendeten Transparenten dargestellt hätte, wofür man steht – und wofür nicht.

Wer stillschweigend toleriert, dass rechte Demokratieverächter die Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für ihre zerstörerischen Zwecke missbrauchen, macht sich mitschuldig, wenn der demokratische Rechtsstaat und seine Institutionen immer stärker unter Druck geraten, wenn demokratisch gewählte Politikerinnen und Politiker mit Hassmails bedroht werden, wenn die grausame Vergangenheit uns einholt.

Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

„Es reicht nicht kein Rassist zu sein. Wir müssen Anti-Rassisten sein“

Um ein Zeichen für ein offenes, buntes, tolerantes Wiesloch und gegen Alltagsrassismus zu setzen, hatte das „Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V.“ Wiesloch am 19. Juli zu einer Kundgebung in den Gerbersruhpark eingeladen. Unter dem Motto „Wiesloch sagt Nein zu Rassismus!“ sprachen sich Vertreter unterschiedlicher gesellschaftlichen Gruppen, Organisationen und Institutionen gegen Terror, Rechtsextremismus, Rassismus, Hass, Intoleranz und Ausgrenzung aus. Aktualität und Brisanz des Themas waren für die Organisatoren vom Bündnis für Demokratie und Toleranz und die Aktivisten von „Fridays for Future“ vom OHG Wiesloch Grund genug die Veranstaltung auch in Zeiten von Corona durchzuführen. Gemeinsam mit der Polizei und der Stadtverwaltung wurde ein Konzept entwickelt, welches einen größtmöglichen Infektionsschutz gewährleisten konnte. Die Veranstaltung wurde von der Band Beatschuppen musikalisch begleitet.

Mit einem herzlichen „Willkommen“ begrüßte Oriana Viveros de Moraes-Gradl, Vorstandsmitglied von „Bündnis für Demokratie und Toleranz“, die etwa 200 Besucherinnen und Besucher, die in den Gerbesruhpark gekommen waren. Anlass der Kundgebung waren die erschreckenden Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit. „Nach dem was in den letzten Tagen und Wochen bei uns, in Deutschland und in der Welt los war, ist es uns wichtig gerade auch im Moment ein Zeichen zu setzen. Rechte Netzwerke bei Polizei und Bundeswehr werden aufgedeckt, der Prozess zum Mord an Walter Lübcke hat gerade begonnen, das menschenverachtende Verhalten von Polizisten in den USA, dass das Leben vieler Afroamerikaner kostet und die anti-rassistische Bewegung „Black Lives Matter“ erzeugte, – Alltagsrassismus macht sich immer mehr breit.“ Wie wichtig es ist, in solchen Zeiten Farbe zu bekennen, unterstrich sie mit einem Zitat von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier „Es reicht heute nicht mehr aus, kein Rassist zu sein. Wir müssen Antirassisten sein!“ und rief alle dazu auf, mit einer geschärften Wahrnehmung auf alltägliche Entscheidungen anzufangen. Denn mit einer geschärften Wahrnehmung für Respekt und Gerechtigkeit folgen bessere Entscheidungen und durch bessere Entscheidungen erreichen wir ein besseres Verhalten und bessere Handlungen.

Oberbürgermeister Dirk Elkemann erinnerte an den Tod von George Floyd in den USA und die anschließenden Ausschreitungen, die verdeutlicht haben, wie sehr alltäglicher Rassismus auch heute noch die Menschen aufwühlt. „In Deutschland werden rechtsradikale Umtriebe in einer Eliteeinheit der Bundeswehr offenkundig, die zur Auflösung einer Kompanie und weiteren organisatorischen Veränderungen führen. In Wiesloch verfolgen wir mit großer Aufmerksamkeit die Gerichts­verhandlung, in der die mit rechtsradikalen Ausrufen begangenen Taten an einer Eisdiele der Innenstadt aufgearbeitet werden. Wir sind sicher, dass der Rechtsstaat hier eine klare Antwort finden wird, denn hier ist die bürgerliche Gesellschaft herausgefordert. Stets aufs Neue müssen wir herausstellen, dass die Mehrheit hinter dem Prinzip einer offenen Gesellschaft steht und jegliche Formen von Rassismus kategorisch ablehnt. Wir brauchen eine Normalität, in der die Hautfarbe einfach keine Rolle spielt“. Danach sprachen Sultan Demir, Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde in Wiesloch, Turan Öcalan von der Moscheegemeinde Wiesloch, Pfarrer Alexander Hafner von der katholischen Seelsorgeeinheit Wiesloch-Dielheim für die Ökumene und Christine Ebbinghaus vom Schulleitungsteam Esther Bejarano Schule Wiesloch, die alle deutlich machten, dass Rassismus und Ausgrenzung in Wiesloch keinen Platz haben. Evein Obulor, Gründerin des „Migration Hub Heidelberg“, war erkrankt und musste kurzfristig absagen. Schließlich nahm Nils Sandritter von „Fridays for Future“ Stellung zum Zusammenhang von Klima- und Rassismuskrise. Aus der Sicht von „Fridays for Future“ ist die Klimakrise nicht nur eine ökologische und technische Herausforderung, sondern auch eine politische und soziale. „Rassismus zu bekämpfen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir sind nicht Schuld an dem, was war, aber wir sind verantwortlich für das, was in der Gegenwart und in der Zukunft passiert. Deswegen möchten wir jede und jeden, egal was für ein Leben er oder sie führt, ermutigen Verantwortung zu übernehmen.“ Nach der Veranstaltung zeigte sich der Versammlungsleiter Adrian Seidler vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ mit dem Verlauf sehr zufrieden: „Es ist toll, dass trotz Corona so viele den Weg zu uns gefunden haben. Es ist wichtig zu zeigen, dass wir etwas gegen Alltagsrassismus tun wollen.“

Auftaktveranstaltung zu „Frauenweiler spricht“

Wir alle sind die Gemeinschaft. Wir alle sind Frauenweiler.
Auftaktveranstaltung zu „Frauenweiler spricht“.

Am vergangenen Samstag sind knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung zu „Frauenweiler spricht“ gefolgt und trafen sich in der Mehrzweckhalle Frauenweiler zu einem ersten Austausch.
Zu diesem Projekt hatte neben dem Stadtteilverein Frauenweiler auch das Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz und die Bürgerstiftung Wiesloch eingeladen. „Frauenweiler spricht“ ist ein Teil von „Wiesloch spricht“. Die Projektidee zu beiden Gesprächsrunden entstammt von der bundesweiten Aktion „Deutschland spricht“, die vor einigen Jahren von einigen Medienhäusern ins Leben gerufen wurden, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und aus ihrer eigenen persönlichen Blase heraus zu holen. „Neben diesen Zielen möchte man mit dem Projekt das Miteinander verbessern, Verständnis füreinander und Toleranz fördern, die Gemeinschaft stärken, Brücken bauen und „Fremde“ ins Boot holen, sowie das Bewusstsein für „Wir alle sind die Gemeinschaft und wir alle sind Frauenweiler“ entwickeln und stärken“, so die Organisatoren.
Adrian Seidler begrüßte die Teilnehmer, dankte den Mit-Organisatoren Tine und Martin Lukat, den Co-Veranstaltern und erläuterte den Ablauf und die Projektidee. „Zum einen wolle man Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Viel zu häufig spräche man nur digital und dies verschlechtere auch das Klima“. Zum anderen wolle man gemeinsam Ideen entwickeln das Dorfleben und das Miteinander noch besser und vielfältiger zu gestalten.
Der abwechslungsreiche Nachmittag wurde von Wolfgang Widder moderiert. Im ersten Teil gab es verschiedene Gesprächsrunden. In wechselnden Zweierpaarungen kam man mit einem „Unbekannten“ ins Gespräch und tauschte sich über Fragen wie „Wie war Dein Leben mit zehn Jahren?“, „Was denken Sie über die Organspende?“, „Wo gibt es Grenzen in Ihrer Toleranz?“ oder „Was bedeutet Dir Frauenweiler?“. Nach einer Pause, in der die Gespräche bei Kaffee und Kuchen vertieft wurden, ging es an vier verschiedenen Thementischen weiter. Am Tisch „Frauenweiler spricht“ ging es um die Frage, wie das Format weiterentwickelt werden könnte. Über die bestehenden und auch fehlenden Feste ging es am Tisch „Frauenweiler feiert“. Wer kann wo mitanpacken und wie gewinnt man Helfer wurde am Tisch „Frauenweiler pack an“ besprochen. Und über fehlende Dinge und Projekte ging es am Tisch „Frauenweiler inspiriert“.
Am Ende wurden die Ergebnisse in der großen Runde vorgestellt und besprochen. Den positiven Rückmeldungen der Teilnehmer schloss sich das Projektteam an und versprach die Ergebnisse zeitnah auszuwerten und alle Interessierte zu einem baldigen Folgetreffen einzuladen. Im Sommer wolle man eine weitere Veranstaltung dieser Art durchführen. Zudem sind verschiedene kleinere und größere Veranstaltungen und Anstöße geplant, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen.

Bei Fragen, Ideen und Anregungen können Interessierte sich gerne an Adrian Seidler (Tel 318292) wenden.

Artikel der RNZ dazu:

Demokratiekonferenz 2019

Die erste Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch (PfD) steht unter dem Motto: „Demokratie und Toleranz 2019/2020“.

Eingeladen sind alle Menschen aus Wiesloch und Umgebung, die sich mit den Themen Demokratie und Toleranz beschäftigen möchten.

Datum:             10. November 2019
Beginn:            13:00 Uhr
Ende:            gegen 17:30 Uhr
Veranstalter:    Partnerschaft für Demokratie Stadt Wiesloch
Ort:                  Palatin, 69168 Wiesloch

Ab 13 Uhr können Sie sich über laufende Projekte informieren, über neue Aktionen und Veranstaltungen diskutieren sowie im partizipativen Dialog an den Zielen der PfD Wiesloch arbeiten.

Inhalte der Konferenz sind eine Ausstellung zu aktuellen Projekten, eine Netzwerkstatt, ein Impulsreferat von Shai Hoffmann (Social Entrepreneur, Speaker, Coach und Aktivist) und verschiedene Workshops mit dem Ziel neu Ziele und Projekte für unsere PfD zu entwickeln.

Ein Highlight der Veranstaltung ist die Erstaufführung des Demokratie-Songs und der Performance als erstes Ergebnis des laufenden Projektes der KiKusch zum Thema.

Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung ist das gegenseitige Kennenlernen um Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Für die Netzwerkstatt sind alle herzlich dazu eingeladen, ihre Informationsmaterialien mitzubringen und Interessierten zur Verfügung zu stellen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite der städtischen Homepage und auf www.demokratie-wiesloch.de.

Anmeldung (bitte bis zum 6.11.2019) und Kontakt für Rückfragen:
Jindro Stehlik, Tel: 06222 / 3071477 bei, E-Mail: kuf@demokratie-wiesloch.de

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch mit dem Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. statt und wird unter anderem aus den Finanzmitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.

Die Demokratiekonferenz ist ein offenes Forum, bei dem Menschen, denen das demokratische Zusammenleben in der Region am Herzen liegt, miteinander in Kontakt gebracht werden und eine Auseinandersetzung mit thematischen Schwerpunkten der Partnerschaft stattfindet. Aus dieser Vernetzungsarbeit entstehen neue Ideen für Projekte und Aktionen in der Region.

Die Demokratiekonferenz dient auch der Entwicklung einer gemeinsamen Situationsbeschreibung in der Region. Sie definiert die strategischen Ziele der Partnerschaft für Demokratie Wiesloch.
Sie soll Hintergrundwissen über menschenverachtende Phänomene in der Gesellschaft vermitteln.
Weiterhin soll die Demokratiekonferenz der Bekanntmachung von besonders erfolgreichen Projekten und Modellen zum Thema dienen.

Agenda

12:45 Uhr Saalöffnung
13:00 Uhr Einleitung und Begrüßung
13:45 Uhr Impulsreferat Shai Hoffmann
14:30 Uhr Vorstellung des Projekts der KiKusch
15:00 Uhr Pause und Netzwerken
15:15 Uhr Workshops
16:45 Uhr Pause
17:00 Uhr Präsentation der Ergebnisse
17:20 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse, Rückblick und Ausblick
gegen 17:30 Uhr Ende

Quelle Beitragsbild: „Demokratie leben!“ / Andreas Schickert

Werde Stammtischkämpfer*in – Argumentationstraining gegen Alltagsrassismus

Sa, 28. 09.2019, 9:30 bis ca. 16 Uhr
Sa, 12.10.2019, 9:30 bis ca. 16 Uhr
Anmeldungen und weitere Infos gibt’s über: adrian.seidler@demokratie-wiesloch.de

Wir alle kennen das: Auf der Arbeit, im Sportverein, in der Familie oder auf der Straße fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen. Später ärgern wir uns, hätten gerne den Mund aufgemacht. Hier setzt dieser Workshop an. Er soll Menschen in die Lage versetzen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin! In Theorie und Praxis werden gängige rechte Positionen untersucht und geübt, das Wort zu ergreifen und für solidarische Alternativen zu streiten statt für Ausgrenzung und Rassismus.

www.aufstehen-gegen-rassismus.de/kampagne/stammtischkaempferinnen/

Die TN Zahl ist auf max. 20 Personen beschränkt.

Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.