Stellungnahme zu “Widerstand2020”

Die aktuelle Debatte um “Corona-Einschränkungen” krankt unseres Erachtens daran, dass – wissentlich oder unwissentlich – zwei Fragestellungen miteinander vermischt werden:

  • Ist die Bedrohung durch das Coronavirus tatsächlich so schwerwiegend, dass die Ausrufung einer Pandemie gerechtfertigt war?
  • Wird “Corona” von den politisch Handelnden dazu missbraucht, um Freiheitsrechte einzuschränken?

Wir sind der Ansicht, dass in unserem demokratischen Rechtsstaat die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Gemeinden überwiegend und mehrheitlich im Interesse des Gemeinwohls handeln.
Anders ausgedrückt: Unsere Haltung gegenüber dem Staat, seinen Institutionen und den handelnden Personen ist nicht geprägt von grundsätzlichem Misstrauen.
Ausgehend von dieser Prämisse reduziert sich der Fragenkomplex rund um Corona auf “graduelle” Fragen, wie etwa:

  • Waren und sind die “Corona-Einschränkungen” dem Ausmaß der Bedrohung angemessen?
  • Hätte man z.B. auf die Schließung von Schulen oder Geschäften verzichten können?

Diese und andere Fragen sind berechtigt und sollen leidenschaftlich diskutiert werden.
Ausgehend von der obigen Überzeugung stellt sich jedoch nicht die Frage, ob Freiheitsrechte und Grundrechte akut und dauerhaft bedroht sind.
Daher sehen wir auch keine Notwendigkeit für eine neue “Freiheitsbewegung”, wie die Partei “Widerstand2020” eine zu sein beansprucht.
Gleichwohl ist das Recht, eine Partei zu gründen, ein verfassungsmäßig verbrieftes Recht.1

In ihrer Satzung bekennt sich die Partei “Widerstand2020” zum demokratischen Rechtsstaat und lehnt “totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art” entschieden ab.2

Auf der anderen Seite rufen die Gründer und Protagonisten zum Widerstand gegen die etablierte Politik auf und pflegen den Kontakt zum “Verschwörungsunternehmer” Ken Jebsen.3

So muss sich erst noch zeigen, welchen Weg die Partei “Widerstand2020” nimmt. Ein Parteiprogramm existiert bislang nicht.
Wir werden die Entwicklung kritisch begleiten, uns in dieser Gruppe jedoch nicht aktiv engagieren.

1 Art. 21 Grundgesetz
2 §1 der Satzung vom 21.4.2020; siehe https://www.widerstand2020.de/satzung.html
3 https://www.youtube.com/watch?v=eHemOBO9un4

„Frauenweiler spricht“

Wann: 7. März 2020, 15:00 Uhr
Wo: Mehrzweckhalle Frauenweiler

Der Stadtteilverein Frauenweiler startet ein gemeinsames Projekt mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. und der Bürgerstiftung Wiesloch.

Worum geht es?

In Zeiten von Sozialen Netzwerken und Digitalisierung, einer sich immer schneller drehenden Welt, einer sich wandelnden Arbeitswelt, einer aufgeregten Debattenkultur und einer sich verändernden Gesellschaft bleibt so manches auf der Strecke – vor allem das Miteinander, das Gespräch und die Diskussion. Häufig sind wir in unserem Alltagsstress gefangen oder stecken in unseren Filterblasen fest.
Gemeinsam mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. und der Wieslocher Bürgerstiftung startet der Stadtteilverein Frauenweiler das Projekt „Frauenweiler spricht“ und lädt alle Interessierte und Neugierige Personen aus Frauenweiler hierzu herzlich ein. „Frauenweiler spricht“ ist Teil des Projekts „Wiesloch spricht“ der Bürgerstiftung.

Ziele?

  • Raum und Möglichkeit zu schaffen aus der Filterblase herauszutreten, den eigenen Erfahrungsschatz und Horizont erweitern
  • Verständnis füreinander und Toleranz fördern
  • eine gute Zeit haben gemeinsam
  • Ideen entwickeln wie wir unseren Ortsteil weiterentwickeln können
  • Bewusstsein „Wir sind Frauenweiler“ entwickeln und verstärken

Wann?
Am 7.3. treffen wir uns um 15:00 Uhr zu einer ersten Veranstaltung in die Mehrzweckhalle ein. Bei Kaffee und Kuchen wollen wir zunächst in verschiedenen kleinen Kennenlern-runden in Zweiergesprächen mit einer „fremden“ Person ins Gespräch kommen. Im Anschluss möchten wir in einem zweiten Teil gemeinsam an verschiedenen Tischen Themen weiter besprechen und gemeinsam Ideen für ein noch besseres Miteinander und noch vielfältigers Dorfleben entwickeln.

Neugierig?
Dann kommen Sie am 7. März einfach dazu. Eine Anmeldung an veranstaltung@frauenweiler.info hilft uns bei der Planung, ist aber nicht zwingend nötig.

Was wünschen wir uns?
Viele weitere Ideen aus der Bevölkerung, die wir im Laufe des Jahres umsetzen können. Oberdorf kommt mit dem Unterdorf ins Gespräch, Junge mit Alten, Einheimische mit Zugezogenen, Tennisspieler mit den Fußballern, und so weiter.
Das Miteinander hier vor Ort noch besser werden zu lassen

Bei Fragen …
… können Sie sich gerne an den Stadtteilverein Frauenweiler (www.frauenweiler.info/kontakt/) oder an Adrian Seidler (Tel. 318292) wenden

Mahnwache zum Gedenken an die Opfer von Hanau

Gegen Rassismus und Intoleranz

Bündnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch lud zur Mahnwache

Nach den rassistisch motivierten Morden von Hanau, die viele Menschen erschütterten, fanden bundesweit Mahnwachen statt. Auch das Wieslocher Bündnis für Demokratie und Toleranz rief ebenfalls zu einer Mahnwoche auf den Adenauerplatz ein. Eine Woche nach der Tat kamen nach Polizeiangaben 300 Menschen.

Für das Bündnis begrüßte Adrian Seidler und begründete weshalb solche eine Mahnwache wichtig sei. Es gehe nicht nur um Solidarität mit den Opfern und den Angehörigen. Zum einen ist es wichtig zu demonstrieren, dass die demokratische Mehrheit Ausgrenzung, Intoleranz und Hass nicht dulden. Zum anderen sei es wichtig Mitbürgern mit Migrationshintergrund, die sich hier nicht mehr so sicher fühlen zu zeigen, dass „sie keine Fremde sind, sondern ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft“. Die Welt ist auch vor Hanau nicht in Ordnung gewesen. Nicht nach dem Anschlag in Halle, dem Mord an Walter Lübcke, dem Aufdecken rechtsradikaler Netzwerke und dem Hass, der Ausgrenzung, dem Anti-Semitismus, die wir jeden Tag im Internet erleben. Es sei wichtig sich dem entgegen zu stellen. Nicht aus der geschichtlichen Verantwortung, sondern weil es menschlich sei.

Oberbürgermeister Dirk Elkemann sprach von der Fassungslosigkeit vor der Menschenverachtung und dem Rassismus. „Wir sind aber nicht sprachlos, wir sind nicht tatenlos.“ Elkemann gedachte den Opfern und den Angehörigen, die die Frage nach dem „Warum“ stellten. Als Vertreter einer weltoffenen Gesellschaft müsse man den Rassisten und den verwirrten Köpfen entgegen schmettern „Wir sind die Mehrheit“. Er appellierte auch an die Menschen die eigenen Worte stets gut zu bedenken. „Denn Worte können verletzen und können eine Atmosphäre schaffen in denen Menschen sich nicht mehr frei fühlen.“ Alle seien daher Teil des Problems, aber auch Teil der Lösung.

Pfarrer Alexander Hafner, der für die katholische und die evangelische Kirchengemeinde sprach, stellte die Frage, ob man die Tat von Hanau fremdenfeindlich nennen könne, wenn es Menschen trifft, die hier zu Hause sind. „Wer ist hier fremd? Und wer ist hier der Feind?“ Es geht um Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Er zitierte einen Brief aus dem ökumenischen Arbeitskreises in dem den Moscheegemeinden und den Freunden des multireligiösen Gebets Mitgefühl und Solidarität ausgesprochen wurde.

Die Vorsitzende der alevitischen Gemeinde wandte sich in sehr persönlichen Worten an die Menschen. Sie berichtete wie sie sich, als jemand der in Heidelberg geboren wurde, in den letzten Tagen die Fragen „Wo gehöre ich hin?“ und „Bin ich kein Teil von Euch?“ stellte. Diese Angst dürfe man nicht gewinnen lassen. Heute ginge es darum ein Zeichen zu setzen. Sie wünschte sich diesen traurigen Anlass zu etwas guten werden zu lassen und mit einem Fremden ins Gespräch zu kommen, ihn näher kennenzulernen. Nur wenn man näher zusammenrücke, können wir für ein friedliches Zusammenleben sorgen.

Turan Öcalan, der für die Moscheegemeinden aus Wiesloch und Walldorf sprach, bedauerte den traurigen Anlass. Die Moscheegemeinden fühlten sich aber durch so viele unterschiedliche Menschen, die an dem Abend zusammengefunden haben, gestärkt. „Trotz aller Trauer“ werde man sich als Gesellschaft nicht teilen lassen und deren Hass sei der Ansporn für noch stärkeren Zusammenhalt. Er erinnerte an die jungen Menschen, die so unerwartet den Tod fanden und dankte allen Teilnehmern der Mahnwache.

Nach dem Anzünden von Kerzen und einem stillen Gedenken beschloss Jan-Peter Oppenheimer vom Bündnis die Mahnwache und erinnerte daran, wie wichtig es sei zusammen zu stehen. Insbesondere „in Zeiten in denen es dunkler wird.“ Hierzu möchte das Bündnis für Demokratie und Toleranz beitragen und benötigt hierbei aktive und passive Unterstützung durch eine breite Mehrheit der demokratischen Zivilgesellschaft.

Mitwoch 26.02.2020, 18:00 Uhr, Wiesloch Adenauerplatz

Bilder: © by H&B Pressebild Pfeifer

Mahnwache für die Opfer von Hanau. Das Buendnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch laedt zur Mahnwache zum Gedenken an die Opfer von Hanau ein. Adenauerplatz Wiesloch. 26.02.2020 – Jan A. Pfeifer – 0172-6290959
Mahnwache für die Opfer von Hanau. Das Buendnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch laedt zur Mahnwache zum Gedenken an die Opfer von Hanau ein. Adenauerplatz Wiesloch. 26.02.2020 – Jan A. Pfeifer – 0172-6290959

ACT OUT

Performance Workshop in Wiesloch:
Wie bringen Fruchtgummi-Mäuse, Masken und viel Pappe mehr Aufmerksamkeit für Demokratie in unsere Stadt?
Das kannst du an 3 Tagen in den Herbstferien mit einer erfahrenen Theater-Pädagogin in viel Action, Kunst, Theater, Choreografie, Pantomime, Bewegung und Musik ausprobieren.

Wann: Mo 28.10. bis Mi 30.10.2019 von 10:00 bis 14:00
Wo: KIKUSCH-Raum der Albert-Schweitzer-Schule
Parkstraße 9, 69168 Wiesloch
Wer: für alle ab 5. Klasse
Kosten: gratis – für Snacks und Getränke ist gesorgt.

Verbindliche Anmeldung bitte bis 20.10.2019 bei KIKUSCH:
Tel.: 06227-389943 oder 0176-70066393
E-Mail: kikusch@vhs-sb.de
Web: www.kikusch.de

Die Performance aus unserem Workshop zum Thema Demokratie und Toleranz werden wir in die Stadt tragen und an den unterschiedlichsten Plätzen aufführen.
Der Weihnachtsmarkt wird unsere Kulisse, die Straße zur Bühne, die Fußgängerzone zur Fan-Meile, unser Demokratie-Song zum Hit.

Einladung zum Interkulturellen Sonntag

www.dielheimer-herbst.dewww.interkulturellewoche.de

Termin:
So, 22.09.2019, 15-19 Uhr Eintritt: Frei
Ort:
Pfarrgarten Pfarrzentrum, Dielheim

Eine Musikveranstaltung im Herzen Dielheims zur Eröffnung der deutschlandweiten
ökumenischen Interkulturellen Woche.
Unter dem Motto „zusammen leben, zusammen wachsen“ verbringen wir an diesem Sonntag vier schöne Stunden miteinander. Zum Lachen, Sprechen, Essen, Musik Genießen – einfach, um eine gute Zeit zu haben.
Bürgerinnen und Bürger mit internationalen Wurzeln bereiten Speisen aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern, die – ebenfalls internationale – Lehrerband der Musikschule Horrenberg-Dielheim spielt mit diversen Gastmusikern ein buntes Programm aus Jazz, Swing, Soul, Bossa Nova und anderen Stilrichtungen – und so lässt sich bei gutem Speis und Trank wunderbare Musik von grandiosen Solisten und Instru- mentalisten genießen.
Dielheimer Bürger/Innen unterschiedlicher Nationalitäten werden uns Speisen aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern zubereiten.
Die Lehrerband der Musikschule Horrenberg-Dielheim, bestehend aus virtuosen Instrumentalisten und Sängern aus unterschiedlichen Ländern, wird für das musikalische Rahmenprogramm sorgen. Gast-Sänger/Innen und Instrumentalisten/Innen sind geladen.
Ehrenamtliche Helfer aus den „Engagiert in Dielheim“ Gruppen helfen mit, diese Veranstaltung zu einem schönen, runden Sonntagnachmittag zu machen.
Der Eintritt ist frei – Die Speisen & Getränke werden kostenlos angeboten. Ein freiwilliger Beitrag über die Spendebox ist gerne willkommen.
Lassen Sie sich von unserem Konzept und dem Konzert überraschen – und das Essen schmecken.

Stuhl-Bemal-Aktion „PLATZ FÜR ASYL IN EUROPA“

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz e.V. und das Parkett- und Kunststudio 58 hatten zur Stuhl-Bemal-Aktion „Platz für Asyl in Europa“ eingeladen, und viele – groß und klein, alt und jung – sind gekommen.

Die Mitmachaktion knüpfte an die gleichnamige Initiative des Diakonischen Werks Baden-Württemberg an. Unterstützt wurde diese vom Netzwerk Asyl, der Seelsorgeeinheit Wiesloch-Dielheim, dem Diakonischen Werk und dem Evangelischen Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz.

Zu dem immer noch aktuellen Thema gestalteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Stühle mit verschiedenen Motiven, die von „blutig“ („Stoppt das Blut im Mittelmeer“) bis „liebevoll“ („Herzlich Willkommen“) reichten.

Das Ergebnis ist eine vielfältige Sammlung – von bedrückend, wie ein Stuhl mit Stacheldraht, bis hoffnungsvoll, wie die Stühle, die mit vielen bunten Herzen und Blumen verziert wurden.

Alle Stühle werden während der Interkulturellen Woche vom 22. bis 29.09.2019 an verschiedenen Orten in Wiesloch ausgestellt.